Aktionsnacht richtet die Scheinwerfer auf Profiteur*innen

Wer profitiert da eigentlich?

In der Nacht vom 8. auf den 9. November haben Menschen mit Lichtaktionen die Profiteur*innen, der unterschiedlichen Vorschläge über die am 25. November abgestimmt wird, sichtbar gemacht. Während der soziale Kahlschlag die einen trifft, dient er den anderen.

Aufruf zur Aktionsnacht ES WERDE LICHT
Ins schlechte Licht gerückt: Photos von Lichtaktionen

Communiqué vom Kollektiv Sozialen Kahlschlag Stoppen: "Bald ist es wieder Weihnachten und viele Menschen freuen sich auf Geschenke. Doch wissen wir alle; das schönste Geschenk überhaupt ist das Beisammensein mit anderen Menschen. Im Kanton Bern liegt eine Änderung des Steuergesetzes (Steuergesetzrevision 2019) zur Abstimmung vor, Unternehmen mit einem Reingewinn von mehr als 63’000.- CHF sollen, gemäss dieser Vorlage, nur noch maximal 18.71% Gewinnsteuern bezahlen, statt wie bisher 21.64%. Diese Steuervorlage könnte präzisierend auch als Steuergeschenkvorlage bezeichnet werden. Häufig wird von Befürworter*innen der Steuergeschenkvorlage argumentiert, dass wenn die Unternehmen mit einem Reingewinn von mehr als 63’000.- CHF keine Steuergeschenke bekommen, diese in andere Kantone oder gar in ein anderes Steuerparadies abwandern, aber ist Erpressung nicht das Geschäft der Mafia? Vielleicht sollten diese Menschen sich wieder daran erinnern, dass das schönste Geschenk das Beisammensein im Kanton Bern ist.

Weil diese Steuergeschenkvorlage die Gemeinschaft sehr viel kostet, wurde im März 2018 parallel zur Steuergeschenkvorlage durch den Grossrat des Kantons Bern auch ein echt schädliches Sparpaket beschlossen. Dieses Sparpaket sieht Sparmassnahmen im Umfang von über 180’000’000.- CHF vor, unter Anderem sind Bereiche wie das Asylwesen, das Bildungswesen, das Gesundheitswesen, das Sozialwesen negativ von diesen Sparmassnahmen betroffen. Das heisst, um jene zu beschenken die sowieso schon zu viel haben, wird bei jenen gespart, die sowieso schon zu wenig haben. Ist das nicht etwas gar ungerecht und fehl am Platz?

Aus diesen Gründen möchte das Kollektiv Kahlschlag stoppen gerne etwas Licht ins dubiose Dunkle der Profitgier und Ausnutzerei dieser Steuerbeschenkten bringen. Wem nützen diese Sparmassnahmen? Welche Gruppierungen profitieren von solchen Massnahmen?

Mit der Aktion „Es werde Licht“ wird von öffentlich zugänglichen Orten auf öffentlich einsehbare Teile der Firmensitze der Steuerbeschenkten geleuchtet, um sichtbar zu machen wie negativ sich die bisherige Politik auswirkt, in welcher Interessenbindungen und Lobbys eine wichtigere Rolle spielen als das Gemeinwohl.