Angriffiger Wind in der Romandie

Wie mensch vor kurzem auf der Internet Plattform renverse.co lesen konnte, gab es in der Romandie zwei verschiedene Farbangriffe.

WTO neu dekoriert

Die erste Aktion nahm die WTO in Genf ins Visier. "Gestern Abend haben wir ihre freche Fassade mit Rot markiert um an das Blut zu erinnern, welches sie ungestraft vergiessen." stand im Communiqué der Aktion.

Hier einen weiteren Auszug aus dem Text:

Gestern Abend haben wir uns für die WTO entschieden. Die Welthandelsorganisation, besser gesagt die Weltkriminalorganisation, veranstaltet die Treffen, die die Spielregeln des Wirtschaftssystems bestimmen. Hier ist alles nur Ware und Verbrauchsmaterial. Nahrung, Öl, Metalle, Menschen sind nur die Bestandteile einer Gleichung, deren einziger Zweck die Akkumulation von Kapital ist. Die Bürogummis, die die multinationalen Konzerne, Regierungen und Finanzmärkte verteten, entscheiden über den Wert der Welt, wer leben wird und wer sterben wird.
 
Gestern Abend haben wir symbolisch die Genfer Fassade des Gebäudes übernommen. Wir haben uns aus Not für eine direkte Aktion entschieden. Unsere Demokratien sind nichts anderes als Simulakra, das die Reproduktion der politischen und wirtschaftlichen Eliten verdeckt. Die Farbflecken, die wir heute Abend bei der WTO hinterlassen haben, sind unsere Stimmzettel.
 
Wir sind deine Mitbewohnerin und dein Nachbar, deine Schwester, deine Cousine, deine Tochter, dein Arbeitskollege.
 
Wir wollen eine Welt ohne Grenzen, feministisch, ökologisch, antikapitalistisch und antifaschistisch, für eine libertäre und geeinte Gesellschaft.
 
Wir sind Anarchist*innen. Wir wollen alles. Hier und jetzt.
 
Der Kampf ist global. Der Kampf ist dauerhaft. Lasst uns rebellieren. Lasst uns unseren Widerstand zusammenbringen.

Weiterhin ist interessant, dass die Aktion in der Nacht vom 10.12 statt gefunden hat. Zur Wahl des Datum folgt diese Erklärung :

In Griechenland, Algerien, Argentinien und anderswo wurde der 10. zum Tag des Widerstands gegen die Verhärtung des Kapitalismus und der Unterdrückungssysteme erklärt. Jeder 10. des Monats durch gleichzeitige Aktionen in den vier Ecken der Welt, lassen wir die etablierte autoritäre Ordnung zittern. Ohne Autorität, mit unseren Mitteln und Verschiedenheiten, lasst uns zum Leben zurückkehren.

Blut und Öl für Nestlé

Die zweite Aktion fand am 21.12 statt. Der Eingang zum internationalen Hauptsitz von Nestlé in Vevey, hat wieder seine wahren Farben angenommen: die Farben von Blut und Öl.

Zitat aus dem Communiqué

Nestlé pflegt ihr Image als Kulturförderer und Förderer der Region. Täuschen Sie sie nicht: Es ist nur eine Fassade, die auf eine ungerechte wirtschaftliche Logik reagiert und Verbrechen, die anderswo begangen wurden, verbirgt. Die Gehälter und Steuern, die an unsere Region gezahlt werden, haben einen bitteren Geschmack von Unterdrückung und Plünderung.
 
Wir konnten nicht länger tolerieren, dass uns dieses Gebäude ungestraft verspottet. Neben den vielen Skandalen, die seine Geschichte prägen, ist das weltweit größte Agrar-Lebensmittelunternehmen ein Symbol für die deregulierte Globalisierung, die Macht der multinationalen Konzerne, die Zerstörung der Umwelt und die Monopolisierung der Ressourcen.

Aus der anderen Seite der Schweiz schicken wir solidarische Grüsse an die kämpfenden Menschen in der Romandie. Auf weitere solch freudige Nachrichten.