Ausserdem

Im geographischen Raum Bern bewegen sich recht viele antiautoritäre, basisdemokratische, außerparlamentarische Projekte, Kollektive und Menschen, die alle zusammen so was wie eine große undefinierte Bewegung bilden. Es werden eine große Diversität von Themen behandelt wie Freiräume, Queer-Feminismus, Kritik an dem Migrationsregime, Repression, Antispeziesismus, Antikapitalismus, und und und… Es gibt Räume, Besetzungen, sowie Infrastrukturen die erkämpft und aufgebaut wurden und jetzt für aktuelle emanzipatorische Kämpfe brauchbar sind. Es gibt jüngere Dynamiken sowie 30-jährige Kollektive. Und immer wieder nehmen sich Menschen die Straße um dort ihre Themen sichtbar zu machen, oder suchen durch diverse Gelegenheit den Kontakt mit den Bewohner*innen von Bern. Auch Sabotage, Angriffe gegen Herrschaftsstrukturen oder Momente der Revolte passieren in einem regelmäßigen Abstand.

Leider gibt es nur wenig Austausch zwischen den Menschen und Projekten die diese Bewegung bilden. Oft finden die verschiedene Dynamiken eher isoliert statt. Es gibt eine Vielfalt von verschiedene Arten wie wir uns organisieren und unsere Kämpfe führen, doch nur wenige Diskussionen warum wir jetzt gerade diese Form gewählt haben und warum jene Gruppe eine andere Form ausgewählt hat. Auch über unsere Aktions- und Kommunikationsstrategien sowie über unsere Unterschiede und Gemeinsamkeiten wird wenig ausgetauscht. Dadurch entstehen wenig Debatte, die Ideen zirkulieren kaum, wir durchmischen uns nur selten was auch dazu führt das wir nicht gut mit unseren Unterschieden umgehen wissen, uns oft zerstreiten und spalten, statt eine konstruktive Debatte führen zu können. Weiter gibt es nur wenig Austausch zwischen den verschiedenen Generationen von Menschen, die in Bern aktiv sind und waren.

Um diese Lage ein bisschen zu verbessern, möchten wir mit dieser Zeitschrift Ideen, Reflexionen und Analysen sammeln. Für jede Ausgabe wird ein Thema gewählt, das angesprochen wird sowie einen Aufruf, Texte darüber zu senden. Danach wird die Zeitschrift gedruckt und verteilt.
Es ist also ein partizipatives Projekt, das nur funktionieren wird wenn auch genügend Menschen und Kollektive Sinn darin sehen und sich beteiligen. Ihr könnt als Gruppen, Kollektive, Individuen eure Gedanken über das aktuelle Thema schreiben und uns zuschicken.
Angesprochen sind alle, die in diesem Projekt Sinn sehen und eine kollektive sowie individuelle Analyse und Reflexion über unser Handeln und Perspektiven führen möchten.

Das erstes Thema ist Freiräume. Was verstehen wir unter Freiräumen? Was sind unsere Freiräume hier in Bern? Wie nutzen wir diese Freiräume und erhalten sie am Leben? Welche Rolle haben sir in emanzipatorische Kämpfen? Und wie können wir sie verteidigen, wenn eine Autorität Kontrolle darüber versucht zu erlangen, so wie es gerade wieder beim Vorplatz der Reitschule der Fall ist? Schreibt uns bitte eure Beiträge bis am 15. Februar an ausserdem@riseup.net. Gerne könnt ihr uns auch weiter Themenvorschläge schicken für den Fall, dass das Projekt klappen wird und wir weitere Ausgaben planen. Natürlich sind auch Rückmeldungen über das Projekt willkommen.

Wir sehen diese Zeitschrift. als einen von vielen möglichen Beiträgen des antiautoritären Austauschs. Es soll ein Anfang sein und andere Ideen und Projekte motivieren.