Eine Perle der Gentrifizierung...

Am 18.November findet in Zürich unter dem Namen „Oisi Stadt Oisi Quartier“ endlich mal wieder eine Demo gegen Gentrifizierung statt.
Das ist gut so und wichtig. Der folgende Beitrag wird in Solidarität mit diesem Aufruf verfasst. Über Gentrifizierung zu schreiben ist einfach, das kann sogar der Tagi. Dagegen zu mobilisieren und auf die Strasse zu gehen ist etwas anderes und weitaus wichtiger als das Geschwafel darum.
Im Mobilisierungstext werden einige Hotspots in den Kreisen 3, 4 und 5 genannt darunter auch das Hiltl Restaurant an der Langstrasse, das die „ Perla Moda ein Ort alternativer Kultur“ verdrängt hat.

Das Hiltl ist beschissen, das steht ausser Frage. Die Perlamoda-Zwischennutzung wars aber auch!

Die Perlamoda war nichts weiter als ein Aufwertungsprojekt und hat seine Rolle als solches nie konsequent in Frage gestellt.
Von alternativer Kultur kann nicht die Rede sein. Die Perla war nichts weiter als eine scheiss Galerie wie jede andere und das Publikum war nichts als ein Haufen selbstverliebter Kunstkarrierist*innen und Yuppies, gegen die wir am kommenden Samstag unter anderem auf die Strasse gehen werden.
Durch Räume wie Perla Moda wird alternative Kultur zur Ware umfunktioniert und in die kapitalistische Verwertung integriert. Sie dienen als Anziehungspunkte für potentielle Zuzüger*innen und haben somit eine aktive Rolle im Gentrifizierungsprozess. Desweiteren werden durch solche Zwischennutzungen „widerständige Projekte“ von vornherein verhindert oder besser noch das, was an widerständiger Kultur noch vorzufinden ist, kanalisiert und integriert.
Ein aktuelles Beispiel eines solchen „alternativen Kulturraumes“ stellt der Parkplatz am Letten dar.
Auch dort wird oberflächlich eine alternative Kultur vorgegaukelt um den Hipstern den Kaffeelatte schmackhaft zu machen.
Da darf jede*r mitpartizipieren sofern er*sie* sich an das gemeinsam mit der Stadt ausgearbeitete Nutzungskonzept hält.
Dabei wird eine mögliche un- bzw. schwerer kontrollierbare Besetzung, also ein widerständiges Projekt schon im Voraus ausgeschlossen und die Beteiligten in den Aufwertungsprozess integriert.
Natürlich spielen auch besetzte Liegenschaften wie z.B. das Kochareal in Altstetten ihre Rolle in diesem Prozess. Sofern sich die Besetzer*innen nicht der Lage bewusst werden und der Entwicklung innerhalb des Quartiers entgegentreten werden auch sie als nützliche Idiotinn*en von den Städteplaner*innen benutzt und können sich ihre Alternativkultur in Zukunft in der Europaallee servieren lassen.

für eine kultur des widerstandes, die sich nicht integrieren lässt!