Farbanschlag auf die Deutsche Botschaft

Letzte Nacht haben wir die Deutsche Botschaft in Bern mit Farbe angegriffen.
Diese Aktion steht solidarisch für alle Verletzten, Gefangenen, Verurteilten und Widerständigen der Proteste gegen den G20 Gipfel in Hamburg sowie der Kriminalisierung und des Verbotes der Linksunten-Medienplattform. Menschen die sich mit den herrschenden Verhältnissen nicht zufrieden geben, werden mit aller Härte verfolgt und bestraft.

Noch immer sitzen etwa 30 Menschen, unter teils fadenscheinigen Gründen in Haft. Andere leiden noch immer unter den Folgen der Repression. Sei dies körperlich durch Knüppelschläge, Knochenbrüche oder psychischen Probleme durch das barbarische Verhalten der Bullen. Der massive Angriff auf die Welcome to Hell Demo oder die zahlreichen Schwerverletzen am Rondenbarg (bei den Blockaden am Freitag) sind nur einige Beispiele.

Gestern wurde ein 21-jähriger zu zwei Jahren und sieben Monaten Haft verurteilt und in den kommenden Tagen wird es weitere Gerichtsverfahren geben. Durch absurde Urteile versuchen sie uns einzuschüchtern und uns von unserem Kampf gegen die herrschenden Verhältnisse abzuhalten. Sie erreichen das Gegenteil: wir kämpfen umso mehr, wir zeigen uns umso mehr solidarisch!

Im Zuge der Repressionswelle des G20 hat Deutschland das alternative Mediennetzwerk Indymedia linksunten verboten, Razzien durchgeführt und massenhaft Sachen beschlagnahmt. Diesen direkten Angriff auf linke Strukturen wollen und können wir nicht einfach so hinnehmen.

Es zeigt sich: die Schuldigen sind angreifbar! Sie sind verletzbar und es ist ihnen unmöglich, alles ihnen wichtige gut genug zu schützen. Zeigen wir unsere Solidarität! Sei es mit Aktionen für Einzelpersonen, für politische Projekte oder gegen Angriffsversuche auf uns.

Denn: Repression betrifft einzelne, gemeint sind wir alle!

Wir sehen unsere Aktion auch als Teil der worldwide week of Solidarity with anarchist prisoners (Soliwoche für anarchistische Gefangene)

Am 23.August vor 90 Jahren wurden die italienisch-amerikanischen Anarchisten Nicola Sacco und Bartolomeo Vanzetti im Knast hingerichtet. Ihre Verhaftung war Teil einer grossen Kampagne der amerikanischen Regierung gegen die revolutionäre Arbeiter*innen-Bewegung.

Im Juni wurden zwei Gefährtinnen wegen angeblicher Beteiligung an einer Bankenteignung in Aachen (Deutschland) zu je siebeneinhalb Jahren Knast verurteilt. Dieses Urteil zeigt einmal mehr, dass uns Gleichgesinnte nicht nur wegen der Tat, sondern auch aufgrund ihrer anarchistischen Überzeugung bestraft werden.

Unsere Grüße gehen durch alle Knastmauern dieser Welt an unsere weggesperrten Gefährt*innen
Bekämpfen wir gemeinsam alle Staaten!
Für eine solidarische Gesellschaft jenseits von Ausbeutung und Gefängnissen.