„Ich bin auch ein Mensch!“ - Asyl-Demonstration in Luzern

Am Donnerstagabend zogen gut 700 Menschen lautstark demonstrierend durch Luzern.

Aufgerufen dazu hatte das Solinetz Luzern. Die Demonstration stand unter dem Motto ICH BIN AUCH EIN MENSCH. Viele Menschen trugen Schilder zum Beispiel mit der Aufschrift „Ich bin auch ein Mensch und kämpfe für meine Rechte!“, „Demokratie heisst Gleichberechtigung!“ oder „Menschen wie Menschen behandeln!“. Die humanitäre Katastrophe im Mittelmeer wurde auch thematisiert: „Wir sind nicht alle, es fehlen die Ertrunkenen“, stand auf einem Plakat. Ebenfalls darauf zielte die auf Schwimmwesten geschriebene Botschaft am Ende der Demonstration ab, die von Demonstrantinnen getragen wurden. #safepassagenow fordert sichere Fluchtrouten nach Europa, ganz im Sinne der Petition, die vor einigen Tagen an den Bundesrat überreicht worden ist.
Die vom Solinetz organisierte Demonstration fand grossen Anklang und verdeutlichte die Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der gegenwärtigen Asylpolitik. Laut, bunt und friedlich zogen die Menschen vom Mühleplatz über den Reusssteg am Regierungsgebäude vorbei bis zum Helvetiaplatz. „Wir alle sind nicht gewillt, es als Normalität hinzunehmen, dass die Menschenwürde abhängig gemacht wird von einem Aufenthaltsstatus“, so ein Redner auf dem Mühleplatz.
Dem Solinetz war es wichtig, dass alle Menschen an der Demonstration teilnehmen konnten und sammelte deshalb Geld für Zugtickets um Personen finanziell zu unterstützen, die es sich nicht hätten leisten können. Diesbezüglich kritisiert das Solinetz den Kanton scharf: Die Sozialhilfe zu kürzen und weniger als das Existenzminimum auszuzahlen, widerspricht einem Leben in Würde. Franz Hohler schreibt treffend: „Für uns sind Flüchtlinge vor allem eine Bedrohung. Sie bedrohen die Selbstverständlichkeit unseres Normalbetriebs. Wir vergessen, dass sie es sind, die bedroht sind und dass sie deshalb kommen.“Aus Sicht des Solinetz’ müssen Menschen unabhängig von Herkunft oder Aufenthaltsstatus gegenseitig offen und solidarisch aufeinander zugehen, denn Integration basiert auf Gegenseitigkeit.
Das Solinetz fordert ein Leben in Würde und Selbstbestimmung für alle geflüchteten Menschen. Konkret: Gleiche Rechte für alle!