Jäger*innen verpisst euch, niemensch vermisst euch

Seit monaten gibt es vermehrt sabotage aktionen gegen die jagd, viel davon im kanton zürich. Polizei und jagende zeigen keine freude an dem treiben und wollen es stoppen und die leute die dafür verantwortlich sind unbedingt fassen. Sie mögen es nicht, dass sie nicht ungestört ihrem mörderischen treiben nachgehen können.
Die polizei hat bezüglich der sachbeschädigungen von jagdeinrichtungen ein merkblatt rausgebracht. Es lohnt sich, dieses durchzulesen um fehler bei aktionen vermeiden zu können.

Das merkblatt

Im merkblatt wird zum beispiel draufhingewiesen, auf auffällige fahrzeuge und unbekannte lichtquellen in der nähe von jagdeinrichtungen zu achten und dies umgehend der polizei zu melden und die kontrollschilder der fahrzeuge notieren.
Es wird auch dazu aufgerufen, verdächtigen personen unauffällig zu folgen um feststellen zu können, wohin sie gehen. Es soll umgehend der polizei gemeldet werden, wenn beschädigungen festgestellt werden, sodass spurensicherung durchgeführt werden kann, auch bei geringfügigen schäden.
Reifen- und werkzeugspuren, bekenner*innenschreiben, dna und fingerabdrücke gehören da auch dazu.


Das merkblatt

Tipps und gedanken

Vielleicht ist drauf zu achten, dass zwischen aktion und bekenner*innenschreiben ein bisschen zeit verstreicht, da es nach einer bestimmten zeit schwieriger wird, tag der aktion und deren spuren festzustellen.
Auch wird immer wieder von seiten der polizei oder der jagenden das märchen erzählt, dass hochsitze und deren leiter nur angesägt werden, um eine person, die den hochsitz besteigt, zu verletzen und in lebensgefahr zu bringen. Dies ist einfach nur stimmungsmache gegen tierbefreier*innen - die ALF (animal liberation front, tierbefreiungsfront) will durch das unbrauchbarmachen von folter- und tötungseinrichtungen und -geräten gewalt an lebwesen mit verletzlichen körpern verhindern und nicht verursachen. Jagd ist ein audruck von herrschaft, es geht um nutzung, kontrolle und unterwerfung von wald und seinen bewohnenden. In der „hege" wird bestimmt, von welcher art wieviele tiere leben dürfen und welchen status erstere erhaltet. Es ist auch ein einseitiger blutiger konkurrenzkampf, der vom menschen gegen beutegreifer geführt wird. Das ganze hat nichts mit natur zu tun im sinn von einem netzwerk des lebens, wo alles miteinander zusammenhängt und so für ein gesundes gleichgewicht gesorgt wird. Von aussen wird ständig auf brutale art und weise eingegriffen und so viel leid produziert.

Die wälder denen, die drin leben.

Chronik

- Am 16. august wurde ein ein auto eines jäger in wettswil mutwillig massiv beschädigt, als der jäger gerade zu fuss im wald unterwegs war. an der heckscheibe des autos war ein plakat für die jagd angebracht.
quelle Leserbrief Anzeiger, 24.08.2018
https://jagd-schuetzt-jagd-nuetzt.ch/2018/08/24/wo-bleibt-die-toleranz/

- Drei Hochsitze der Jagdgesellschaft Henggart sind am Wochenende zerstört worden
quelle Landbote, 15.08.18
https://jagd-schuetzt-jagd-nuetzt.ch/2018/08/15/hochsitze-beschaedigt/

- am 15.8 fragt sich Hanni Stutz aus Stallikon ob es fair ist, dass Gegner*innen dieser Jagd auf «Privatgrund» mutwillig ständig Pro-Plakate entfernen oder beschädigen?
Quelle https://jagd-schuetzt-jagd-nuetzt.ch/2018/08/15/ist-dies-fairness/

- Im August haben wir in der Region Winterthur zwei Hochsitze unbrauchbar gemacht, ein Banner "Jagd nützt, Jagd schützt" zerstört und es inhaltlich mit "Jagd ist Mord - ALF" korrigiert.
Quelle https://barrikade.info/Alle-Tage-Jagdsabotage-1424

- Vandal*innen haben im Jagdrevier Eschenberg übers Wochenende acht Hochsitze zerstört.
Quelle Landbote vom 24.07.2018 https://jagd-schuetzt-jagd-nuetzt.ch/2018/07/25/neue-hochsitze-beschaedigt-waren-es-tieraktivisten/

- Mitte juli wurde ein Hochsitz demoliert aufgefunden in obererngstringen; die dicke Kette, die den Jägerturm am Baum befestigt hielt, war mit einem Bolzenschneider durchtrennt, das Holzkonstrukt lag in der Wiese. Ein Bekenner*innenschreiben fehlte.
Quelle Tages-Anzeiger, 27.07.2018
https://jagd-schuetzt-jagd-nuetzt.ch/2018/07/27/tieraktivisten-nehmen-hochsitze-ins-visier/

- Im Wald unweit der Mörsburg sind fünf Hochsitze der Jagdgesellschaft mutwillig zerstört worden. Im Internet bekennen sich Tierbefreiungsaktivist*innen zur Tat.
Quellen Der Landbote vom 14.03.2018 sowie Barrikade
https://jagd-schuetzt-jagd-nuetzt.ch/2018/03/14/jagd-hochsitze-demoliert-radikale-prahlen-mit-der-tat/ https://barrikade.info/Hochsitze-umgemaht-Animal-liberation-882

Medienspiegel

Demolierte Hochsitze: Jetzt reagiert die Polizei
Tages Anzeiger, 21.08.18

https://jagd-schuetzt-jagd-nuetzt.ch/2018/08/21/demolierte-hochsitze-jetzt-reagiert-die-polizei/

Seit Monaten zerstören Unbekannte Hochsitze von Jägern und sägen Leitern an. Nun greift die Kantonspolizei zu aussergewöhnlichen Mitteln.
Mehr als zwei Dutzend Hochsitze sind im Kanton Zürich seit Anfang Jahr teilweise oder ganz zerstört worden. Die Kantonspolizei stellte die Sachbeschädigungen vorab in den Bezirken Winterthur und Andelfingen fest. Es wurden aber auch Fälle in den Bezirken Meilen und Dietikon bekannt.
Die Jagdeinrichtungen wurden zum Teil niedergerissen, bei einigen haben Vandalen Leitersprossen, Stützen und Geländer angesägt, sodass es beim Besteigen zu Unfällen kommen kann. Allein seit Anfang August sind im Raum Winterthur wieder vier Hochstände ganz oder teilweise zerstört worden. Die jüngsten Vorfälle ereigneten sich in den Wäldern rund um die Gemeinde Henggart, wie die Kantonspolizei Zürich auf Anfrage bestätigt.
Die Polizei reagiert auf die vermehrt gegen Jägerstände auftretenden Sabotageakte mit einem Flugblatt, das sie am 19. August an Jägerinnen und Jäger im ganzen Kanton verteilte und das dem «Tages-Anzeiger» vorliegt. Darin bittet sie um Mithilfe bei den Ermittlungen. Konkret fordert die Polizei dazu auf, Beschädigungen umgehend zu melden, damit die Spurensicherung sofort eingeschaltet werden kann. Vor dem Besteigen der Hochsitze und Kanzeln rät die Kapo dazu, alles gründlich zu inspizieren, um Beschädigungen zu erkennen und Unfälle zu vermeiden.
Zudem bittet sie darum, verdächtige Fahrzeuge und Personen im Bereich von Jagdeinrichtungen und unbekannte Lichtquellen im Wald zu melden, Fotos zu machen und Kontrollschilder zu notieren. Keinesfalls aber solle man bei verdächtigen Beobachtungen selbst intervenieren. «Allenfalls kann man den Personen folgen und der Polizei den eigenen Standort übermitteln», heisst es weiter.
Noch ist unklar, wer für die jüngsten Sabotagefälle verantwortlich ist. Als sich im Februar und März dieses Jahres in Oberwinterthur gleich mehrere Hochsitz-Attacken ereigneten, bekannten sich anonyme Mitglieder der Animal Liberation Front (ALF) im Internetportal dazu. Auch die Polizei nennt die Gruppe in ihrem Schreiben.
Die radikale, militant agierende Tierschutzorganisation, die sich unter anderem auch gegen die Haltung von Nutztieren einsetzt, ist international vernetzt. «Wir sind zur Tat geschritten und haben in einer romantischen Vollmondnacht in Winterthur ein paar Hochsitze kaputtgemacht», hiess es damals auf der Website. Im Juli erschien an derselben Stelle eine Anleitung zur Sabotage an Hochsitzen.
Der Vizepräsident des Zürcherischen Jagdverbandes, Andreas Rippmann, führt das bisher noch unerreichte Ausmass an Sabotageakten gegen Jägereinrichtungen auf die Abstimmung «Wildhüter statt Jäger» vom 23. September zurück. Die Initianten aus Tierschutzkreisen verlangen im Kanton Zürich ein Ende der heutigen Milizjagd. An ihrer Stelle sollen professionell ausgebildete Wildhüter für ein Wildtiermanagement sorgen, bei dem die natürliche Regulierung des Tierbestandes im Vordergrund steht.
Wie der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) auf Anfrage bekannt gibt, haben Gewalttaten aus der Tierschützer- oder Antispeziesismus-Szene seit Anfang Jahr generell zugenommen. «Wir verfolgen die Entwicklung der Bedrohungslage stetig und beschaffen unter anderem Informationen zu gewalttätig-extremistischen Aktivitäten», sagt Sprecherin Carolina Bohren. Zu einzelnen Gruppierungen gibt der NDB keine Auskunft.

Leserbrief Anzeiger, 24.08.2018
Am letzten Donnerstag, 16. August, war ich, wie so oft in den vergangenen Tagen, in Wettswil Heissacherweg im Wald. Dabei habe ich in der Nähe des Abluftkamins parkiert und ging zu Fuss zu den frisch aufgeforsteten Bäumchen, welche in den letzten Tagen viel Wasser und Pflege benötigten.
Zurück beim Auto, musste ich feststellen, dass dieses in der Zwischenzeit mutwillig massiv beschädigt worden war. Vielleicht weil ich ein Plakat für die Jagd an der Heckscheibe angebracht habe? Ich kann nur mutmassen. Gerne erkläre ich Ihnen bei einem Rundgang im Wald, welche vielseitigen Aufgaben wir Waldbesitzer, Förster, Wildhüter und Jäger tagein tagaus wahrnehmen. Unter anderem auch, damit Sie, liebe Spaziergänger, Jogger und Velofahrer, unseren schönen Wald gefahrlos und sicher geniessen können.
Das Töten von Tieren ist nur ein ganz kleiner Teil unserer Aufgaben. Aber eine notwendige. Oder wer erlöst die Tiere von ihrem Leiden, wenn sie von Hunden angegriffen und oder von Autos angefahren werden und verletzt liegen bleiben?
Wir können gerne über die Vor- und Nachteile der Jagd diskutieren. Aber weshalb mein Auto beschädigen? Bitte melden Sie sich bei mir.
Fritz Landolt, pensionierter Förster, Waldbesitzer, Wildhüter und Jäger, Sellenbüren-Stallilcon
24.08.18

Hochsitze beschädigt
Landbote, 15.08.18

Drei Hochsitze der Jagdgesellschaft Henggart sind am Wochenende zerstört worden. Die Gesellschaft hat am Montag Anzeige erstattet.
Erneut wurden im Raum Winterthur Jagdhochsitze demoliert. Auf dem Gemeindegebiet von Henggart habe es an drei Hochsitzen Sachbeschädigungen gegeben, bestätigt Kapo-Sprecherin Rebecca Tilen. Laut der Henggarter Jagdgesellschaft geschahen die Taten am Sonntag.
«Wir sind konsterniert, ratlos», sagt der Obmann der Gesellschaft, Max Wingeier. Man habe sofort Strafanzeige erstattet und hoffe, dass die bislang unbekannten Täter zur Verantwortung gezogen würden. Als Reaktion auf die Beschädigungen will die Jagdgesellschaft nun vermehrt Kontrollgänge durchführen in ihrem Revier. Laut Wingeier wurden Werkzeuge wie etwa Sägen verwendet. Auch seien an den Hochsitzen «sicherheitsrelevante Teile» wie etwa Haltegriffe durch das Lösen von Schrauben beschädigt worden. Damit seien Verletzungen bewusst in Kauf genommen worden. Erst im Juli wurden auf dem Winterthurer Eschenberg acht Hochsitze zerstört.

Tieraktivisten nehmen Hochsitze ins Visier
Tages-Anzeiger, 27.07.2018

Seit Anfang Jahr werden im Kanton Zürich auffallend viele Hochsitze zerstört. Die Spur führt zu radikalen Tierschützern.
Der Vandalenakt Nummer 9 ereignete sich vor einer Woche in Oberengstringen. Ueli Mühlebach, stellvertretender Wildhüter, war am Samstagmorgen im Wald unterwegs, als er den demolierten Hochsitz entdeckte. Die dicke Kette, die den Jägerturm am Baum befestigt hielt, war mit einem Bolzenschneider durchtrennt, das Holzkonstrukt lag in der Wiese. «Die Jagdgegner, wer soll es denn sonst gewesen sein?», sagt Mühlebach. Ein Bekennerschreiben fehlte.
Acht weitere Vandalenakte gegen Hochsitze wurden dieses Jahr bereits verübt, wie die Kantonspolizei Zürich auf Anfrage bekannt gibt. Christian Jaques, Präsident des Vereins Jagd Zürich, spricht von einer eindeu­tigen Zunahme.
Der folgenschwerste Vandalenakt gegen Hochsitze dieses Jahr ereig­nete sich auf dem Winterthurer Eschenberg: Gleich acht Türme wurden zerstört, in derselben Nacht wie in Oberengstringen. Und es gibt eine wei­tere Parallele: Bis jetzt hat sich niemand zu den Zerstörungen bekannt. Das ist eher ungewöhnlich: In vier der sieben anderen Hochsitz-Attacken existiert ein Bekennerschreiben der Animal Liberation Front (ALF) – eine in­ternational agierende, militante Tierrechtsorganisation.
«Jagdtürme fallen wie Herbstblätter»
Während die Polizei im Fall Eschenberg weiter ermittelt, wurde kürzlich ein Eintrag auf Barrikade.info veröffentlicht: «Jagdtürme fallen wie Herbstblätter.» Das offene Portal zählt zu einem internationalen Netzwerk linksradikaler Medien, die gewaltsame Aktionen gegen Jagdinstitutionen, Schlachthöfe oder Metzgereien gutheissen.
Als sich im Februar und März in Oberwinterthur gleich mehrere Hochsitz-Attacken ereigneten, bekannten sich anonyme ALF-Mitglieder über dieses Internetportal zur Tat: «Wir sind zur Tat geschritten und haben in einer romantischen Vollmondnacht in Winterthur ein paar Hochsitze kaputt gemacht.» Im Juli erschien – ebenfalls auf Barrikade.info – eine Anleitung zur Sabotage an Hochsitzen.
Treffpunkt im Kreis 4
Bei der ALF handelt es sich um keine geschlossene Gruppierung, sondern um ein loses Netzwerk von Personen aus der radikalen Tierschützer- und Veganerszene. Einmal pro Monat zum Beispiel findet das Vegan Café im Zürcher Kreis 4 statt: ein Treffpunkt für linksautonome Tierrechtler und -befreier. Ihr Ziel: «Tiere aus den Klauen der menschlichen Ausbeute» zu befreien – aus Zirkussen, Zoos, Ställen oder den Labors der Pharmaindustrie. Eine Anfrage des «Tages-Anzeigers» an die Tierrechtsgruppe Zürich, die das Vegan Café organisiert, blieb unbeantwortet.
Die rege Aktivität radikaler Tierrechtler und die gute internationale Vernetzung zeigen sich auf Directaction.info. Auf der ebenfalls offenen Plattform werden fast täglich Vandalenakte veröffentlicht, zumeist mit Foto, Datum und Ort der Aktion. Eine überdurchschnittlich hohe Aktivität ist etwa in Frankreich, England oder Schweden zu verzeichnen. Auch die Schweiz taucht jüngst oft auf. Allein für 2018 sind zwölf Vandalenakte gelistet.
Der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) gibt auf Anfrage bekannt, dass es seit Anfang Jahr zu einer Zunahme von Gewalt­taten aus der Tierschützer- oder Antispeziesismus-Szene gekommen sei. «Wir verfolgen die Entwicklung der Bedrohungs­lage stetig und beschaffen unter anderem Informationen zu gewalttätig-extremistischen Aktivitäten», sagt Sprecherin Carolina Bohren. Zu einzelnen Gruppierungen gibt der NDB keine Auskunft.
Gemässigte Tierrechtler empfinden die Hochsitz-Attacken als kontraproduktiv. Die Tierpartei Schweiz (TPS) distanziert sich auf Facebook von solchen Aktionen: «Wir kämpfen mit fairen Mitteln.» Sie fürchtet eine tie­fere Akzeptanz für ihre Volksinitia­tive «Wildhüter statt Jäger», die wohl im nächsten Jahr im Kanton Zürich zur Abstimmung kommt.
Die TPS spekuliert gar, die Jäger könnten selbst hinter den Anschlägen stecken, um Tierschützer in ein schlechtes Licht zu rücken: «Den Initianten und der Initiative kann man mit solchen Aktionen am besten schaden, warum sollen Tierschützer ein Interesse haben, einem Tierschutzanliegen schaden zu wollen.» Christian Jaques, Präsident des Vereins Jagd Zürich, bezeichnet diese Spekulation als «absurd».

Ist dies Fairness?
Leserbrief Anzeiger, 15.08.18

Man kann über die Revierjagd im Kanton Zürich geteilter Meinung sein, dafür oder dagegen. Ist es jedoch fair, wenn Gegner. dieser Jagd auf «Privatgrund» mutwillig ständig Pro-Plakate entfernen oder beschädigen? Dies ist nun bei mir innerhalb von wenigen Tagen bereits zum zweiten Mal in der Nacht passiert.
So wie jedermann in der Schweiz eine Initiative starten kann, ist es mein bzw. unser demokratisches Recht, dass man eben gegen diese ist. Offensichtlich ertragen es die militanten Tierschützer nicht, wenn man für etwas einsteht, von dem man über zeugt ist, dass es so richtig ist. Ich bin die Tochter eines ehemals sehr engagierten Jägers und Revierobmanns. Ich habe seit Kindheit aus nächster Nähe erlebt und erfahren, dass die Jagd wie sie unter anderem in unserem Kanton seit Jahrzehnten organisiert und ausgeübt wird, absolut korrekt und auch notwendig ist. Auch ich bin für den Tierschutz, aber nicht so wie es die Initiative fordert.
Wie geht das wohl weiter, wenn schon jetzt vor der Abstimmung am 23. September Hochsitze und Plakate an verschiedenen Orten im Kanton der Jäger mutwillig zerstört werden? Muss ich Angst haben, dass meine Privatliegenschaft beschädigt wird, wenn ich weiter Abstimmungsplakate aufhänge, die gegen die Initiative ein Nein fordern? Diese Entwicklung macht mir echt Angst.
Hanni Stutz, Stallikon

Acht Jagd-Hochsitze zerstört
Landbote vom 24.07.2018

Vandalen haben im Jagdrevier Eschenberg übers Wochenende acht Hochsitze zerstört. Der Fall erinnert an die Zerstörungsaktion in der Nähe der Mörsburg im März, zu der sich Tierbefreiungsaktivisten im Internet bekannt hatten.
Als er die kaputten Hochsitze im Eschenberg sah, habe ihm einfach nur noch das Herz wehgetan, sagt Harry Kohler. Der Obmann des Jagdreviers hat gestern Nachmittag mit der Polizei den Schaden aufgenommen. Fazit: Mindestens jeder zweite Hochsitz wurde zerstört, und der Schaden beträgt 2000 bis 3000 Franken.Bei der Stadtpolizei hat Kohler gestern eine Anzeige gegen unbekannt eingereicht. Die Indizien deuten auf eine geplante Aktion hin. «Sie haben die Anlagen vermutlich ausgekundschaftet und sind dann gezielt vorgegangen», sagt Kohler. Betroffen seien ausschliesslich Hochsitze aus Metall, die im Boden verankert und mit Spannseilen an den Bäumen befestigt seien.
Die Täter hätten die Spannseile durchgeschnitten und dann die Metallleitern mit dem Korb verbogen. Ausserdem sei ein Transparent der Kampagne «Jagd schützt, Jagd nützt» spurlos verschwunden.
Viele Parallelen
Der Vandalenakt erinnert an jenen im Revier Mörsburg Mitte März. Damals bekannten sichauf einer Internetseite Tierbefreiungsaktivisten zur Tat. «Wir haben in einer romantischen Vollmondnacht in Winterthur ein paar Hochsitze kaputt gemacht, drei aus Holz, zwei aus Metall», lautete das Bekennerschreiben.
Die Stadtpolizei hat den Fall untersucht, konnte die Täter aber nicht ausfindig machen. Ein möglicher Zusammenhang werde in die Ermittlungen einbezogen, sagt ein Sprecher. Laut Kohler will die Jagdgesellschaft, die seit April auch für die Jägerausbildung im Kanton zuständig ist, die Hochsitze im Revier möglichst zeitig wieder aufbauen. Zwei Mann werden wohl ein Wochenende lang mit den Arbeiten beschäftigt sein. Ohne Hochsitze sei sicheres Jagen nicht möglich, sagt Kohler. Der Schusswinkel von oben soll sicherstellen, dass ein Projektil, falls es hinter dem Tier wieder austritt, im Boden stecken bleibt und nicht weiterfliegt.
Für die Täter hat Kohler kein Verständnis. Dass es sich um andere Jäger handelt, schliesst er aus. Zwar habe es Widerstand gegen das Ausbildungsgebiet im Eschenberg gegeben, der Disput sei aber als Debatte ausgetragen worden. Von den Jagdgegnern wünscht sich Kohler mehr Gesprächsbereitschaft. Die Abstimmung über die Initiative «Wildhüter statt Jäger» im Herbst wirkte auf die Fronten zuletzt aber eher verhärtend.

Jagd-Hochsitze demoliert, Radikale prahlen mit der Tat
Der Landbote vom 14.03.2018

Im Wald unweit der Mörsburg sind fünf Hochsitze der Jagdgesellschaft mutwillig zerstört worden. Im Internet bekennen sich Tierbefreiungsaktivisten zur Tat.
Den Jägern fiel der Anschlag vorgestern Montag auf. Sie kontaktierten sofort die Stadtpolizei, und diese nahm Ermittlungen auf. Ein erster Hinweis auf die möglichen Täter fand sich im Internet auf einer Seite von militanten Polit­aktivisten, die sich gegen Unterdrückung jeglicher Art wehren.
«Hochsitze umgemäht, Tierbefreiung» steht über einem Eintrag vom 8. März: «Wir haben in einer romantischen Vollmondnacht in Winterthur ein paar Hochsitze kaputtgemacht, drei aus Holz, zwei aus Metall.»
Die letzte Vollmondnacht war am 2. März, die Jäger gehen davon aus, dass die Anschläge dann passiert sein müssen. «Zuerst dachten wir, ein Hochsitz sei einfach umgekippt», sagt Kurt Bosshard, Obmann der Jagdgesellschaft Winterthur-Mörsburg. Doch bei genauerem Hinschauen fand man die Spuren einer Säge. So meldete es gestern auch die Stadtpolizei: Die Täter sägten bei drei hölzernen Hochsitzen die tragenden Elemente durch, zwei metallene Sitze wurden umgestossen. Die Streben sind verbogen und müssen ersetzt werden.

Schaden gering, Ärger gross
Kurt Bosshard sagt ruhig, der Sachschaden sei nicht immens, die Reparatur koste gegen dreitausend Franken. Doch der Ärger und das Unverständnis sind gross. «Herrgott, was soll das», sagt er. «Man muss ja nicht gleich Dinge kaputtmachen, wenn man mit uns Jägern nicht gleicher Meinung ist.» Bosshard glaubt nicht, dass seine Gesellschaft gezielt ausgewählt wurde. Wahrschein­licher sei, dass die Täter von der Strasse her den schnellsten Weg in den Wald nahmen.
Die Stadtpolizei sucht Zeugen, die zum fraglichen Zeitpunkt etwas beobachtet haben, und sie ermittelt laut Mitteilung «im Umfeld militanter Tierschützer». Auf deren Internetseite wird auch ein Farbanschlag erwähnt auf das neue Restaurant von Gregory Knie. Der frühere Vegipromotor hat gestern in Zürich ein Fleischrestaurant samt Metzgerei eröffnet. Die Zürcher Stadtpolizei bestätigte auf Anfrage den Anschlag zuvor.
14.03.18