Kämpferischer internationaler Frauen*kampftag, Basel

Am 8. März, zum internationalen Frauen*Kampftag nahmen wir uns auch in Basel, selbstbestimmt, laut und kämpferisch die Strasse. Tausend Frauen*, Inter*, Trans* und Queers* zogen gemeinsam vom Theaterplatz über das Gefängnis Waaghof, die Freie Strasse und das Migrationsamt zur Mittleren Brücke.

Solidarisch – Für die Befreiung aller Frauen*
An der Demo und in unserem alltäglichen feministischen Kampf, wollen wir unsere Gemeinsamkeiten in den Vordergrund stellen, trotz der notwendigen Benennung aller Differenzen innerhalb der feministischen Bewegung. In Zeiten, in denen Feminismus selbst zu einem neoliberalen Projekt geworden ist und sogar H&M T-Shirts mit der Aufschrift «Feminism» verkauft, wollen wir uns nicht mit Verbesserungen für wenige Frauen* abgeben.

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Wir leben Freiheit

Revolutionär – Gegen jegliche Form von Herrschaft
Wir stehen geschlossen und laut gegen Sexismus und Rassismus, gegen rechts, gegen kapitalistische Arbeitsverhältnisse, gegen Normierung und Kategorisierung, gegen Klimazerstörung. Für die Befreiung aller Unterdrückten ist es notwendig, jegliche Form von Herrschaft zu zerstören. Wir leben in einem Wirtschaftssystem, das auf Profit ausgerichtet ist. Damit sich das Kapital vermehren kann, braucht es immer mehr Ressourcen und billige Arbeitskräfte. Auch jetzt noch nähen Frauen* im globale Süden unter unmenschlichen Bedingungen und für miese Bezahlung die Klamotten für Frauen* in den reichen Industrienationen und grosse Konzerne profitieren davon. An der Demo solidarisierten wir uns mit den widerständigen Frauen* der türkischen Kosmetikfirma Flormar, die für das Kosmetikunternehmen Yves Rocher produziert. Bei einem Geschäft von Yves Rocher an der Freien Strasse, hinterliessen Frauen* die Parole der Streikenden «Nicht Kosmetik macht schön, sondern Widerstand!»

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My Favourite Season Is The Fall Of Patriarchy

Internationalistisch – Globale Herrschaft, weltweiter Widerstand
Unser Feminismus ist internationalistisch. Er ist eine Kampfansage an die herrschenden Verhältnisse, global und konkret bezogen auf die Schweiz. Die Schweiz, die eines der reichsten Ländern auf der Welt ist, hat ihren Wohlstand nicht durch Fleiss erreicht, sondern durch die jahrhundertelange Ausbeutung und Kolonialisierung des globalen Süden. Hier ankommende Menschen werden mit einer repressiven Migrationspolitik vom Wohlstand ferngehalten. Mit einer Aktion gegen das Migrationsamt wurde während der Demo diese Kritik praktisch gemacht. Mit Parolen wie «Keine Kategorisierung von Menschen» und «Festung Europa angreifen» solidarisierten sich Frauen* mit Menschen, die von rassistischer Politik, von täglicher Kontrolle und von Ausschaffungen bedroht sind.

Am Freitag waren wir gemeinsam auf der Strasse. Unser Kampf gegen die patriarchale Herrschaft und andere Herrschaftsformen ist jedoch ein alltäglicher. Darum organisieren wird uns. Streiken wir am 14 Juni 2019 zusammen unter dem Motto „Wenn Frau* will, steht alles still“. Heute der Streik, morgen die Revolution!

Feuer und Flamme dem Patriarchat!