Knastsystem tötet

In den letzten drei Wochen sind in Knästen in Bern zwei Menschen gestorben. Am 25. Dezember starb ein Mensch, während er von den Bullen auf dem Waisenhausposten festgehalten wurde. [1] Am 8. Januar starb ein Mensch im Spitalknast im Inselspital. [2] Den Umfelder dieser Menschen viel Kraft!

Leider sind Tote in den Knästen keine Ausnahme, im Gegenteil es sterben immer wieder Menschen in den Knästen und nicht von allen kriegen wir es mit.
Knäste sind ein Ausdruck der Herrschaftsverhältnisse, so ist es bezeichnend, dass es sich bei einem Grossteil der ’Delikte’, für welche Menschen in den Knästen sitzen, um Eigentumsdelikte, ’illegalen’ Aufenthalt, Übertrettung des Betäubungsmittelgesetz oder Ausschaffungshaft handelt. Dies zeigt auf, wie sich das Gesetz vor allem gegen prekarisierte Menschen richtet und den Reichtum und Wohlstand schützen soll. Die Knäste sind Instrumente um Menschen zu disziplinieren, die Herrschaft zu festigen und die Menschen einzuschüchtern. Durch die Einschüchterung soll verhindert werden, dass mehr Menschen die herrschenden Gesetze hinterfragen und ihre Leben nicht mehr danach ausrichten ob etwas ’legal’ oder nicht ist.

Die Gefangenen werden aus ihrem Alltag gerissen, von ihrem Umfeld isoliert und in kleinen Räumen eingesperrt. Die Isolation, die Schikanen, die Unsicherheiten, die Ohnmacht und Ausgeliefertheit etc. zermürben die Menschen. Dieses Knastsystem treibt immer wieder Menschen in den Tod.

Solange wir in einer Gesellschaft leben, die auf Zwang, Fremdbestimmung, Unterdrückung und Ausbeutung basiert, einer kapitalistischen, rassistischen und patriarchalen Gesellschaft, wird es Zwangsmassnahmen geben, welche dazu dienen Menschen zu brechen, zu bestrafen und einzuschüchtern und so lange werden Menschen durch diese Massnahmen umgebracht.

In der Nacht auf den 12. Januar gab es einen farbigen Angriff auf das Gericht und Regionalgefängnis in Bern. [3] Dies ist eine der Möglichkeiten, wie auf den täglichen (staatlichen) Angriff auf unsere Freiheit geantwortet werden kann.