Lärmaktion für Afrin

Letzte Woche haben wir in Solidarität mit dem Widerstand im syrischen Afrin gegen den Angriffskrieg des faschistischen Türkischen Staates zwei Aktionen durchgeführt.
Am Mittwoch haben wir die Direktion für Völkerrecht des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten EDA besucht.
Am Samstagmorgen in der Früh zündeten wir an 6 Orten in der Berner Altstadt Knall-Raketen um die Ruhe der schlafenden Menschen zu stören und aufzuzeigen, wie es sich anfühlt wenn eine Stadt bombardiert und mit Artillerie beschossen wird.

Heute Mittwoch haben wir bei der Direktion für Völkerrecht in Bern den Eingang mit einem Zaun verschlossen und damit die Direktion dazu ermuntert, ihre Arbeit ernst zu nehmen, bevor der Feierabend kommen kann.

Diese Direktion hat sich auf die Fahne geschrieben, für die Einhaltung der Völkerrechtes einzustehen. Dies klingt wie ein lächerlicher Witz, wenn wir uns vor Augen führen, dass die offizielle Schweiz still bleibt, während die Türkei gemeinsam mit dschihadistischen Milizen in Afrin (Nordsyrien) einmarschiert und enorme Gräueltaten verübt.

Als die nordsyrischen Selbstverteidigungseinheiten YPG/YPJ Kobane verteidigt und den IS vertrieben haben, jubelte die Welt. Nun aber greift die zweitgrösste NATO-Armee gemeinsam mit Al-Kaida-Milizen jene Region an, die in den letzten Jahren vom Krieg verschont blieb und
hunderttausende Binnenvertriebene aufgenommen hat, doch die Welt schweigt. Die massiven Bombardements der Türkei töten gezielt hunderte Zivilist*Innen. In Afrin droht ein Genozid!

Das Aussendepartement scheint offenbar die guten Beziehungen zu Erdogans Diktatur als wichtiger zu werten, als das Überleben der hunderttausenden Menschen, die in Afrin leben.
Laut EDA befindet sich die Türkei in einem internen bewaffneten Konflikt. Zu den massiven Völkerrechtsbrüchen in Kurdistan schweigt der Bundesrat weitgehend und fällt auf die Lügen der Türkei, sie würde sich selber verteidigen, rein.

Doch was wollen und können wir schon von diesem Staat erwarten, der Rüstungsexporte an Kriegstreiber bewilligt und weltweit den Profit über das Leben von Abermillionen von Menschen stellt. Die Direktion für Völkerrecht ist eine heuchlerische Institution. Dies gilt es zu entlarven.

Wir solidarisieren uns mit der Bevölkerung von Afrin, den Selbstverteidigungseinheiten YPG und YPJ, dem Internationalen Freiheitsbataillons und der SDF!

Weckruf!

Am frühen Samstagmorgen um 05.00 haben wir die Stadt Bern mit mehreren Knall-Raketen geweckt. Die Aktion richtet sich gegen die Ignoranz der Schweiz bezüglich dem Türkischen Angriffskrieg auf den kurdischen Kanton Afrin im Norden Syriens. Während die türkische Armee massive Menschenrechtsverletzungen begeht und eine demokratisch organisierte Gesellschaft in Nordsyrien angreift, bleiben Politiker*innen, Parteien und auch ein Grossteil der hiesigen Bevölkerung bis jetzt still. Wirtschaftliche Beziehungen zwischen der Schweiz und der Türkei wiegen mehr als einige hundert (bald tausend) Menschenleben. Wenn die Empathie für durch Bomben getötete Menschen fehlt, müssen wir den Lärm hier hin tragen. Denn auch hier ist es notwendig gegen den Diktator Erdogan aufzustehen, auf die Strasse zu gehen und die Stimme zu erheben.

Seit rund 60 Tagen führt die Türkei einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg auf den Nordsyrischen Kanton Afrin. Afrin gehört zur demokratischen Konföderation Nordsyrien und bildet den westlichsten Kanton. Die Föderation ist basisdemokratisch organisiert und konnte in den vergangenen Jahren besonders in Sachen Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern und under allen Ethnien/Religionen punkten. So werden Entscheidungspositionen immer von einem Mann und einer Frau gleichzeitig besetzt. Alle Ethnien und Religionen sind in den demokratisch organisierten Räten vertreten. Solch ein demokratisches und visionäres Projekt im mittleren Osten ist Erdogan und Gleichgesinnten ein Dorn im Auge. Besondere Beachtung bekam das Projekt Rojava durch die kurdischen Selbstverteidigungseinheiten YPG/YPJ, welchen es unter hohem Preis gelungen ist den Islamischen Staat aufzuhalten, zurückzudrängen und nahezu komplett zu zerschlagen.
Nun lässt die internationale Staatengemeinschaft diese heldenhaften Kämpfer*innen und ihre Familien im Stich. Nun, da die Gefahr des Islamischen Staates vorerst gebannt ist, sind wirtschaftliche Beziehungen mit der Türkei wieder wichtiger. Also schweigt die offizielle Politik zum Massenmord in Afrin. Sie schweigt ebenso zu tausenden Inhaftierten Aktivist*innen in türkischen Gefängnissen, zu Berufsverbote für Akademiker*innen, zu Folter durch die türkische Polizei, zu über 100 inhaftierten Journalist*innen, zu komplett zerstörten kurdischen Städten, zu Leichenschändungen durch die offizielle türkische Armee, zur finanziellen & logistischen Unterstützung für Al Qaida und Konsorten, zu gezielter Vernichtung von Kulturgütern usw. Die Welt schweigt und Erdogan baut sein grossislamisches Reich auf.

Wir wollen uns mit der notleidenden Bevölkerung und ihrem Widerstand gegen das Erdogan Regime solidarisieren. Staaten und Parteien sind in der Zwangsjacke der Profitmaximierung gefangen und werden nichts gegen den Krieg unternehmen solange wir still bleiben.
So sehen wir die Notwendigkeit auch hier unsere Stimmen zu erheben. Denn Afrin ist überall, Widerstand ist überall und nur eine grosse Solidaritätsbewegung kann das Massaker stoppen.
#DefendAfrin

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