Luzern bleibt rosa

Ein kurzer (subjektiver) Bericht und Eindrücke/ Gedanken zu den Ereignissen am Freitagabend vor der Güterstrasse und später auf dem Vorplatz des Kulturzentrums Schüür in Luzern.

Die Bullen beobachteten fast von Beginn weg die Geschehnisse an der Ecke Güterstrasse. Da wurde getanzt, gelacht, gesungen, gespuckt, gespielt… Eine mobile Feuerstelle spendete Wärme. Nach 22 Uhr forderten die Cops die Leute auf, die Musik abzustellen. Die gut gelaunte Meute entschloss sich kurzerhand sich in Bewegung zu setzen und lief tanzend Richtung Schüür. Da wird die ganze Sache in einem Kessel enden. Doch dazu später mehr. Erst einmal möchte ich Allen solidarischen herzlich danken. Wieso?
Die natürliche, wilde Art und Weise mit der wir den polizeilichen Schikanen begegnet sind hat uns ermöglicht, hinter ansonsten fest verschlossene Türen zu blicken. Türen, die uns den Zugang zur gleichberechtigten Gesellschaft verwehren. Wir durften miteinander erleben, wie befreiend es sein kann die Autorität zu ignorieren. Die vielfältigen, spontan aus der Situation heraus entstanden Aktivitäten und die lockere Stimmung, die wir der polizeilichen Präsenz entgegensetzen, schienen die einen oder anderen Machtanwendenden dann auch empfindlich zu treffen. Sie fühlten sich gekränkt. Aus der Logik der herrschenden Gesellschaft heraus, konnten sie nicht weg sehen. Sie ergaben sich, sich selbst und boten Verstärkung auf. So passierte es, dass die sich auflösende Veranstaltung von rund 20-25 Bullen eingekesselt und Richtung Schüür gedrängt wurde.
Ihre Angespanntheit zeigte sich in der von ihnen selbst hergeführten Konfrontation deutlich. Mehrere unter ihnen liessen sich zu meist “rächt härzigen“ Rechtfertigungen hin reissen. Oftmals mit zittriger Stimme. Auch wenn sie uns physisch in der Mangel hatten, hatten sie nie die Kontrolle über uns. Am Ende wurden wir dazu genötigt, unsere Identität preiszugeben.
Trotz unserer guten Stimmung könnte Jedem und Jeder von uns negative und/ oder traumatische Erfahrungen durch diese ungeschminkte Machtdemonstration zurückbleiben. Bringt sie in die folgenden Diskussionen mit euch Vertrauten ein.
Solange wir unseren Träumen und Idealen nachgehen, werden solche Situationen wiederkehren. Lasst uns lernen, mit ihnen umzugehen und sie bestmöglich zu nutzen.
Obwohl ich nicht näher darauf eingehen mag, soll hier die tatkräftige Unterstützung, die die Polizei seitens des Kulturhauses Schüür erhalten hat, auch noch Erwähnung finden.

Wir werden keine Ruhe geben bis wir alle ROSA sehen!