Offener Brief an die ISB des Steigi 69

Stellungsnahme des Steigi 69 - 8.2.2018

Zu Ihren Begründungen, warum sie die Vertragsverhandlungen für eine Zwischennutzung an der Bahnstrasse 69 eingestellt haben, möchten wir gerne Stellung beziehen.

Wie uns am Dienstagnachmittag (6. Februar) durch Herr L. mitgeteilt wurde, werden die Verhandlungen zu einem Zwischennutzungsvertrag aufgrund diverser Vorwürfe beendet.

Während wir der Überzeugung sind, dass Diskussionen über Punkte wie Ruhestörung, Feuer im Feuerkorb und selbstgebaute Schattendächer eher schnell geführt sind, können wir gut verstehen, dass bei einer wahrgenommenen Bedrohung Klärungsbedarf besteht. Deshalb möchten wir dieses Missverständis mit folgendem Brief richtig stellen.

Anscheinend hat sich Herr H. duch eine oder mehrere Aussagen von Mitgliedern des Kollektivs bedroht gefühlt. Dies war mitnichten die Absicht der besagten Kollektivmitglieder.

Zwei Kollektivmitglieder haben sich nach den offiziellen Verhandlungsgesprächen, in denen es um die Details eines Zwischennutzungsvertrages ging, direkt an Herrn H. gewendet um ihrem Unmut über die aktuelle und vergangene Politik im Umgang mit Zwischennutzungen Luft zu machen.

Konkret wurde kritisiert, dass Entscheidungen, die von ISB MitarbeiterInnen zu Bürozeiten gefällt werden, sehr persönliche und einschneidende Auswirkungen auf das Leben der Besetzenden haben, auch noch nach 18 Uhr. Das Kollektiv nimmt an, dass eine solche Aussage von Herrn H. als Bedrohung aufgefasst wurde. Die Betroffenen wollten damit jedoch nur eine Sensibilisierung des ISB Mitarbeiters bewirken - schliesslich handelt es sich dabei um Menschen und nicht um Dossiers, die sich einfach beiseite legen lassen. Das Aufeinandertreffen dieser zwei Parteien hat eine Vorgeschichte, die für die eine Seite eine grosse emotionale Belastung mit sich zog.

Dem Kollektiv liegt es absolut fern mit MitarbeiterInnen des ISB nach ihrem Feierabend in Kontakt zu treten oder ihnen irgendwelchen Schaden zuzufügen. Schliesslich ist ein elementarer Bestandteil eines antiautoritären Lebensentwurfs die gewaltfreie Konfliktlösung durch Kommunikation.

Wir gehen davon aus, das Missverständnis damit aus dem Weg geschafft zu haben, und erwarten die Weiterführung des bereits begonnenen konstruktiven Dialoges.

Januarlöcher / Kollektiv Steigi 69