Räumung der Elsässerstrasse 128,130,132

Seit dem letzten Communiqué ist viel passiert!

Am Montag 11.06.18 besetzten wir, das Kollektiv ZÄT BAP, die Liegenschaften der Elsässerstrasse 128, 130, 132 plus Hinterhaus. Wir versuchten so schnell wie möglich Kontakt zur Eigentümerschaft, der Areion Management AG, aufzunehmen. Dies gelang auf Umwegen. Wir vereinbarten ein persönliches Treffen mit Herrn Eric Hägler dem CEO und Delegierten des Verwaltungsrates von Areion Management AG an einem öffentlichen Ort.
Trotz dem telefonischen Versprechen die Polizei nicht zu benachrichtigen befand sich Herr Thommen der Kantonspolizei Basel zusammen mit Herrn Hägler am Treffpunkt. Herr Hägler teilte mit, er habe den Herrn Thommen seiner Sicherheit wegen mitgebracht. Wir waren sauer, das Gespräch fand trotzdem statt. Anschliessend versuchen wir hier nun das Gespräch und unsere Eindrücke in Kürze zusammenzufassen:
Das ganze Gespräch war sehr mühsam, da seine Ansichten und andauernden Stützungen auf das Recht, nicht zu einer sachlichen Diskussion unserer Forderungen führten. In anstrengend maskuliner Sprache erklärte uns Herr Hägler, dass Besetzungen moralisch verwerflich seien, da Eigentumsrechte verletzt werden. Auf unserer Forderung zu Bleiben, entgegnete er, dass eine Duldung bis Abrissbeginn aus Versicherungsgründen nicht möglich sei. Es müsse sich alles vertraglich und rechtlich absichern lassen.
Spürbar war die Angst um seinen eigenen Gesichtsverlust und das Image der Areion Management AG und dass durch eine grosse öffentliche Aufmerksamkeit der Abriss verzögert werden könnte.
Dazu seien die mit der Verzögerung von Bauarbeiten verbundenen höheren Kosten, der Grund für steigende Mieten und somit eine Selbstverschuldung der Besetzer*innen. Prinzipiell meinte er, dass Hausbesetzungen keinen Erfolg haben können, da entsprechende rechtliche Grundlagen fehlen.
Anschliessend legte er offen, was die Areion Management AG mit den besetzten Liegenschaften vor hat;
Abriss und Ersatzbau der Elsässerstrasse 128-132 sind seit 2014 in Planung. Der Neubau sollte vor allem 2½ Zimmerwohnungen für 26 Mietparteien zu einem Preis von 1‘420.- enthalten. Der Abriss sollte innerhalb der nächsten zwei Wochen bewilligt werden, obwohl er das Gesuch erst am 20.05.18 eingereicht haben will. (quDRATMETERPREIS)
Dass das so schnell geht, bezweifeln wir stark. Ausserdem gibt es bis zum jetzigen Zeitpunkt noch kein öffentliches Baugesuch. Deshalb halten wir es für sehr unwahrscheinlich, dass die Areion Management AG so schnell mit ihren Plänen beginnen kann, wie sie behauptet.

Weiter im Gespräch betonte er, dass er trotz allem grosses Verständnis für unser Anliegen habe und schlug uns zwei Optionen vor:
Die erste war, vertraglich eine Zwischennutzung, mit allen zugehörigen Kosten und Regeln, bis August einzugehen. Dabei wären Personalien nötig gewesen, damit die Eigentümerschaft nicht für die BesetzerInnen haften müsste. Diese Option kam für uns nicht in Frage, da wir zum Einen keinen Namen geben wollten und dass zum Anderen damit kein Abriss verhindern werden könnte, sondern wir die Eigentümerschaft sogar bei ihrem Vorhaben unterstützen und mitfinanzieren würden.
Der zweite Vorschlag, war eine Duldung der Besetzung bis kommenden Montag, 18.06.18. ZÄT BAP entschied sich, auf diesen Deal vorerst einzugehen und teilte ihm diese Entscheidung noch am selben Tag mit.
Doch dann, noch am selben Abend verschaffte sich die Firma Eberle zutritt zum Haus und entfernte alle Transparente. Dies tat der Hauswart, laut Herr Hägler, ohne einen Auftrag dieser Art bekommen zu haben. Als Reaktion auf diese der Abmachung widersprechenden Handlung, verschafften wir uns Nachts erneuten Zutritt in die Liegenschaft und hängten ein neues Transparent auf, worauf stand:

„Immer da. Bis Montag
ZÄT BAP hat zugeschnappt“

Der übermotivierte Hauswart hat auch dieses bis am nächsten Morgen wieder entfernt. Glücklicherweise konnte bei diesen beiden, auf eigene Faust organisierten Räumungen physischer Kontakt zwischen Räumer und Besetzer*innen vermieden werden.

12.06.18
Um die widersprüchliche Situation aufzuklären, ersuchten wir am nächsten Tag das erneute Gespräch mit Herrn Hägler. Bei diesem Telefonat zog er sein vorheriges Angebot zurück und drohte mit einer polizeilichen Räumung falls das Haus erneut besetzt werden sollte. Herr Hägler liess uns wissen, dass die Räumung von der Firma Eberle zwar ohne sein Wissen geschah, jedoch in seinem jetzigen Sinne sei. Seine Haltung zur Situation dieser Hausbesetzung hatte sich über Nacht stark geändert.

Seit diesem Gespräch, gibt es keinen Kontakt mehr. Momentan ist an der Liegenschaft nichts von uns mehr sichtbar, doch unsere Anliegen und Forderungen bleiben!

ZÄT BAP lässt grüssen und bis bald!