Reitschule bezieht Stellung gegen Polizeibrutalität II

Die Kantonspolizei wiegelte ab: Fehlverhalten in den eigenen Reihen? Unmöglich! Die Reitschule reagierte.

In unserer vorherigen Mitteilung berichteten wir darüber, wie in der gestrigen Nacht von der Kantonspolizei Gummigeschosse verschossen wurden, die mit Smileys und anderen Botschaften versehen wurden. Dies ist durch mehrere Augenzeugenberichte bestätigt.

In der Onlineausgabe des Blick erwiderte KaPo-Sprecherin Jolanda Egger darauf:

«Ein solches Vorgehen verstösst gegen unsere Richtlinien. Deshalb können wir uns nicht vorstellen, dass die Beamten so gehandelt haben.»

Wir sind befremdet von der Tatsache, dass die Kantonspolizei ein Fehlverhalten ihrer Polizist*innen kategorisch ausschliesst. Polizist*innen sind auch nur Menschen, und diese halten sich nicht immer an die Regeln.

Uns erreichte diverses Bild- und Videomaterial, das den gestrigen Einsatz dokumentiert. Darunter befinden sich zwei Beispiele (beide im Anhang) von direktem Regelverstoss durch die Kantonspolizei.
Das erste Beispiel ist ein Video, auf welchem ein Polizist sein Gummischrotgewehr auf Kopfhöhe in Richtung Reitschule abfeuert. Wegen der hohen Verletzungsgefahr bei Kopftreffern ist dies der Polizei eigentlich verboten.
Das zweite Beispiel ist ein Bild eines solchen Kopftreffers, das uns ein Gast zugesendet hat. Nach eigenen Angaben wurde er von über 10 Geschossen getroffen, wovon 2 seinen Kopf und 3 beinahe seinen Intimbereicht trafen. Einer dieser Kopftreffer hinterliess eine klar sichtbare Verletzung unweit des Auges.

Die Reitschule kritisiert dieses rechtswidrige Vorgehen der Kantonspolizei scharf. Durch Schüsse auf Kopfhöhe werden schwere Augenverletzungen, auch von Unbeteiligten in Kauf genommen. Dass die Polizei ein mögliches Fehlverhalten nicht einmal in Betracht zieht, geschweige denn untersuchen will, zeugt von einem eklatanten Mangel in der Kontrolle des Verhaltens einzelner Polizist*innen.

Wir fordern die Polizei auf, sich diesen Vorwürfen zu stellen.

Mit freundlichen Grüssen,
Mediengruppe Reitschule Bern

P.S.

Das ist die zweite Medienmitteiliung des 2. Septembers 2018.
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Augenzeugen sind aufgerufen, der Reitschule ihr Video- und Fotomaterial der Gewaltexzesse der Polizei vom 1./2. Septembers zuzustellen.