SMASH BORDER LIKE PIÑATAS

Aktivist*innen aus Zürich haben die Limmat in einen politischen Parcours verwandelt. Mit Transparenten und Skulpturen an den Flussbrücken wollen sie auf die verheerende Grenzpolitik im Mittelmeer und die repressive Praxis der Frontex aufmerksam machen.



Nach dem Rechtsrutsch in den europäischen Parlamenten lösen rechte Hetzer*innen nun ihre Wahlversprechen ein – mit tödlichen Folgen für Geflüchtete: Europa will Sammellager in nordafrikanischen Staaten errichten. Österreich verlangt nach einer „Allianz der Willigen“. Italien und Malta lassen Seenotrettungs-Schiffe nicht mehr in ihre Häfen einlaufen. Humanitäre NGOs werden kriminalisiert. Die direkten Folge dieser Politik? Die Zahl der Toten schnellt massiv nach oben. Seit Juni ertranken 921 Menschen im Mittelmeer. Das sind zwanzigmal mehr als in den Vormonaten.

Der Schweizer Staat ist mit dem Bau des ersten Bundesasylzentrums, der Mitfinanzierung von Frontex oder als eifrigster Dublin-Rückschaffer Unterstützer dieser mörderischen Politik.
In denselben Gummibooten, auf denen Menschen in Bewegung das Mittelmeer zu überqueren versuchen, tuckern Wochenende für Wochenende Menschen in ausgelassener Stimmung die Limmat hinunter. Die Aktivist*innen wollen das Privileg, in dieser Form seine Freizeit zu verbringen, markieren und somit Aufmerksamkeit und Bewusstsein für die tödliche Grenzpolitik Europas schaffen.
Mit verschiedenen Stationen, an denen Transparente und Skulpturen von Flussbrücken gehängt wurden, wollen die Aktivist*innen erklären, wieso Grenzen und deren Verteidigung Menschenleben vernichten. 

Auf einem Transparent wird den Böötler*innen die Politik der Frontex erklärt. Tagtäglich wird Migrant*innen das ihnen zustehende Recht nach einem Asylverfahren im Schengenraum verwehrt. Der Preis dieser Politik ist ein Massensterben, im Auftrag und unter Finanzierung der europäischen Staaten.

 Statt das Publikum zu verurteilen oder ihm ein schlechtes Gewissen zu vermitteln, weil sie diese Politik ja indirekt mittragen, wollen die Aktivist*innen zur Tat motivieren. So war an einer weiteren Brücke eine Piñata in From einer Grenzmauer montiert, begleitet von einem Transparent, das fordert, Grenzen zu zerschlagen, als wären es eben Piñatas.
Die Aktion schliesst mit einem umgekehrten Gummiboot und der Forderung, Grenzen zu öffnen und eine sichere Fluchtwege zu gewährleisten.

Die Aktion will ein weiteres Mal klar ausdrücken, dass das Sterben im Mittelmeer ein Ende haben muss. Damit geht die Notwendigkeit einher, auf die Strasse zu gehen. Gegen die tödliche Migrationspolitik, gegen Ausschaffungen, rassistische Hetze und gegen den Kapitalismus. Ausschlussmechanismen müssen offengelegt werden und eine Welt ohne Grenzen, in der die Bewegungsfreiheit aller Menschen gewährleistet ist, muss angestrebt werden.

PNG - 4.3 MB