Über Besetzungen, Journalismus und Airbnb...

Liebe Klatschblätter (für diejenigen die sich nicht angesprochen fühlen, wir meinen euch!)

Wir schmunzeln schon ein wenig über euch und eure Recherchearbeit. Besetzter welche Geld verdienen, wow so eine tolle Schlagzeile!

Ihr Armen müsst ja selbst schauen, dass ihr mit euren Lesern*innen Geld verdient, lieber in einem besetzten Haus wohnen, würden wir euch also vorschlagen.
Aber VORSICHT mit Zwischennutzungen! Diese sind gefährlich, Menschen bezahlen dort für ein ganzes Haus (z.B ein Altbau aus dem 19. Jahrhundert im Kreis 7 ) ganze 7000 Franken Miete.
So dumm!
Ach ja und der 1. Mai war diese Jahr ein wenig langweilig, oder? Besser wir kitzeln dennoch ein wenig auf und limitieren ihn auf Randalen durch den schwarzen Block, das waren schon immer nützliche Schlagwörter.

Ihr habt auch keine Zeit für geschlechterinklusive Sprache oder gute Recherche, das Resultat ist eine einfältige Medienautorität die schnell voller rechter Propaganda ist.
Da wir ja nicht arbeiten und so mehr Zeit haben ein bisschen auf unsere Fakten zu achten, gibt es hier nochmals ein paar wahre Facts zu eurem Artikel. (Unbezahlt)
Wir würden uns natürlich über eine Richtigstellung und Entschuldigung auf der Titelseite freuen.

Besetzungen in Zürich stehen für viele Dinge, eine davon ist der Kampf gegen die Wohnungsnot in Zürich und den Arbeitszwang durch die hohen Mieten.
Die Freiestrasse ist zum Beispiel ein vielseitiges queerfeministisches Projekt, welches zurzeit an der Nummer 138 und 136 wohnt. Wir stehen auch für den Kampf gegen das Kapital und gegen Gentrifizierung.
Aber wir stehen, arbeiten und organisieren uns zudem gegen patriarchale Strukturen (für uns, lieber NZZ Journalist Andreas Schmid, bist du gefangen in denen und bemerkst es nicht mal)
Unser Haus ist im Prozess sorgfältig zu lernen, wie ein kollektives Zusammenleben funktionieren kann, basiert auf feministischen Idealen und Praktiken um diese kapitalistische, patriarchale, autoritäre und rassistische Gesellschaft zu ändern.

Übrigens, dass das Haus in dem wir wohnen im besten Zustand ist und trotzdem abgerissen und neugebaut wird interessiert niemand. Dass Zwischennutzungen die höchste Form der kapitalistischen Wohnausbeutung sind, wo die Mieter*innen auf alle Rechte verzichten müssen, um sich ein Zimmer in der Stadt leisten zu können, wird auch nicht angesprochen.
Deshalb fragen wir uns, für wen schreibt ihr eigentlich, ihr Idiot*innen?

Mit besten Grüssen
Familie Kröte