Und Geld stinkt doch!

In der Nacht vom 24. auf den 25. April haben wir im grossen Innenhof des Kasernenareals den Schriftzug "Und Geld stinkt doch" wiederhergestellt.

Über Jahrzehnte stand dieser Schriftzug an der Wand, zusammen mit einem Hammer, der auf einem Amboss verschiedene Symbole des Schweizer Kapitals zerschlug. Es ist ein Stück politischer Gegenkultur in einer Stadt, deren öffentlicher Raum stark von einer kapitalistischen und repressiven Logik geprägt ist.

Ursprünglich wurde das Wandbild zeitgleich mit der Eröffnung der Europaallee von der Stadt weggeputzt. Der Gedanke ist nahe liegend, dass diese beiden Sachen nicht voneinander unabhängig sind. Zur Aufwertungsstrategie des Kreis 4 gehört neben vielen repressiven Elementen eben auch, jene kulturellen Objekte verschwinden zu lassen, die einen antikapitalistischen Inhalt ausdrücken.

Es ist das zweite Mal, dass dieses Bild wiederhergestellt wird. 2015 hat eine Gruppe von Menschen vor dem 1. Mai den Nachmittag damit verbracht, den Schriftzug wieder an die Wand zu malen. Das Werk blieb unvollendet, weil die Stadtpolizei eingriff und die Aktion vorzeitig beendete. Danach wurde das Wandbild wiederum von der Stadt entfernt.

Nun dann, wir bleiben beharrlich und werden den Schriftzug immer wieder wiederherstellen. Dieses Symbol soll nicht ausradiert werden. Aufwertung heisst Verdrängung und zwar nicht nur bestimmter Bevölkerungsgruppen, sondern auch eine versuchte Verdrängung unserer Symbole. Es ist ein wichtiges Element einer Anti-Aufwertungsstrategie, den politischen Charakter dieses Quartiers, welcher sich unter anderem in solchen Bildern widerspiegelt, zu verteidigen.

Geld stinkt!
Heraus zum 1. Mai!

Heute:

Vor drei Jahren:

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