Veranstaltungsbericht Good for something-Plenum, 17.1.19

Der Schwerpunkt des Januarplenums von "Good for something" war der Umgang mit persönlichen Befindlichkeiten in politischen Gruppen.

> Infos zu "Good for something" und weiteren Veranstaltungen findest du am Ende der Artikels.

Arbeitsgruppe Unterstützer*innen

Dazu gab es eine kurze Vorstellung der Arbeitsgruppe die Unterstützer*innen von Menschen in Krisen den Rücken stärken möchte.
Sie versuchen das mit drei parallelen Ansätzen:

  • Austausch unter Unterstützer*innen um Wissen zu teilen und belastende Situationen zu besprechen.
  • Wissen zu Unterstützungskreisen sammeln und helfen kollektive Herangehensweisen zu versuchen.
  • Werkzeugkasten mit Inputs und weiterführenden Informationen erarbeiten um konkrete Tipps weitergeben zu können.

Detaillierte Infos zu den einzelnen Ideen stellt die Arbeitsgruppe am nächsten Good for something-Plenum vor. Dieses Treffen ist am Freitagabend 22. März 2019 um 19 Uhr im Gemeinschaftsraum der Wasserstrasse 39 in Basel.

Rückblick Workshop: Persönliche Befindlichkeiten in politischen Gruppen

Wir widmeten uns dem Thema, weil in unseren Zusammenhängen die politische Arbeit häufig im Vordergrund steht und unser eigenes Wohlbefinden aus dem Fokus gerät. Das macht uns selber kaputt und kann Menschen von der Beteiligung an unseren Kämpfen abhalten. Das Ziel vom Workshop war der Austausch von Erfahrungen, Wissen und Strategien wie wir in politischen Gruppen besser auf uns acht geben.

Zum Einstieg wurden Fragen zu persönlichen Erfahrungen gestellt. Darauf aufbauend gingen wir in Kleingruppen den Fragen nach: Wie viel Platz hat der Austausch von Persönlichem in unseren politischen Gruppen? Wie reagieren wir als Gruppe, wenn wir merken, dass es jemandem von uns schlecht geht?
Einzelne Beiträge wurden anschliessend in die grosse Runde getragen, damit alle einen Eindruck von den verschiedenen Erfahrungen bekommen konnten.

Nach einer Pause tauschten wir uns in Kleingruppen darüber aus, welche Werkzeuge und Methoden wir kennen um unserem persönlichen Wohlbefinden in Gruppen mehr Raum zu geben. Dieses Wissen sammelten wir auf Notizzetteln, um es später mit allen zu teilen. Zum Austausch der verschiedenen Möglichkeiten legten wir die Zettel in der Mitte auf den Boden. Dabei gab es Raum für Erläuterungen und Rückfragen zu den einzelnen Vorschlägen. Eine Liste mit den zusammengetragenen Ideen findest du am Ende des Artikels - auch als PDF (die Teilnehmenden haben ihr Einverständnis zu diesem Bericht gegeben). Die Sammlung ergab vielfältige Möglichkeiten und hat gezeigt, dass schon viel Wissen vorhanden ist. Nun geht es darum, diese Ideen auzuprobieren und gemeinsam zu lernen.

Bist du neugierig geworden?

Das nächste Plenum ist am Freitag, 22. März 2019 um 19 Uhr im Gemeinschaftsraum der Wasserstrasse 39 in Basel.

Das Programm:

  • Es gibt als Input ein Bespiel einer kollektiven Auseinandersetzung mit einer psychotischen Phase.
  • Die Awarenessgruppe Basel stellt sich vor
  • Austausch darüber, was seit der Good for nothing Workshopreihe im Herbst bisher zum Thema geschah
  • Du bist herzlich dazu eingeladen. Der Raum ist geheizt aber leider nicht rollstuhlfreundlich (3-5 Treppenstufen), vor Ort wird jedoch gerne Unterstützung geleistet. Für Fragen ist die Orga unter goodforsomething@immerda.ch erreichbar.

Kontakt für Fragen, Vorschläge, Liebe und Kritik:
goodforsomething@immerda.ch
Schreibe uns gerne verschlüsselt.
Unseren PGP-Schlüssel findest du unter https://keys.immerda.ch/pks/lookup?search=59E9CA69&op=index.
Die Schlüsselkennung lautet 59E9 CA69.

GOOD FOR WHAAAT?

Good for something ist die Nachfolgeveranstaltung der Good for nothing-Workshopreihe vom Herbst 2018. Diese Workshops drehten sich um depressive Erfahrungen im Alltag und versuchten eine kollektive Auseinandersetzung mit individuellen Krisen zu erarbeiten. Die Good for something-Plenas finden in losen Abständen statt und bieten neben persönlichem Austausch jedes Mal auch einen Input zu verschiedenen Möglichkeiten des Umgangs mit schwierigen Zeiten.

Werkzeuge und Methoden aus dem Good for something-Plenum vom 17. Januar 2019 in Basel

Solidarität und Wertschätzung

  • Wahre Solidarität: nicht nur mit weit entfernten, theoretischen Kämpfen, auch unseren Gefährt*innen gegenüber, denen es nicht gut geht
  • Auf die Raumgestaltung achten, angenehme Atmosphäre kreieren
  • Gutes Essen, sich und der Gruppe etwas Gutes tun
  • Aufmerksamkeit und Offenheit gegenüber den anderen und ihren Gefühlen
  • Gegenseitiges Vertrauen, Freundschaften fördern, Humor gehört auch dazu :)
  • Individuelle Begrüssungen, z.B. mit einer Umarmung (muss aber nicht sein)
  • Etwas gemeinsam unternehmen, z.B. auch mal zusammen kochen, Spieleabende, Ausflüge, zusammen spazieren gehen…
  • Sich gegenseitig bestärken und wertschätzen: «Das haben wir toll gemacht!» <3
  • Unterstützung innerhalb der Gruppe anbieten, auch, um sich zuzutrauen, neues zu lernen
  • Ansprechs- oder Bezugspersonen: «Buddy» / «Gotte*»
  • Bedürfnisampel: in einer entspannten Situation die individuellen Bedürfnisse der Gruppenmitglieder in zukünftigen Krisensituationen besprechen

Moderation und Bedeutung von Emotionen

  • Sitzungen und Treffen moderieren
  • Befindlichkeitsrunden
  • Feedbackrunden
  • Bedürfnischecks regelmässig durchführen
  • Zeitgestaltung:
  • Auf die Zeit und Energie aller achten
  • Individuelle und kollektive Langzeitplanung in der Gruppe ansprechen
  • Kontinuität thematisieren und kreieren
  • Möglichkeit, Pausen einzulegen und dies anzusprechen
  • Emotionale, zeitliche und praktische Ressourcen vor konkreten Aktionen besprechen
  • Bewusstsein für unterschiedliche Dringlichkeiten kreieren

Gruppendynamiken Zeit und Raum geben

  • Reflektionssitzungen: Retraiten, Extra-Treffen und Diskussionen einzelnen Themen widmen, oder eine Arbeitsgruppe zu Themen wie zum Beispiel:
  • Feedbacktreffen («Wie bist du in der Gruppe? Wie nehme ich dich wahr?»)
  • Hierarchien in der Gruppe
  • Gruppendynamik und Rollen
  • Gemeinsam essen und Spass haben

Angehängte Dokumente