Warum Held Ecover Produkte boykottiert werden sollen

Bestimmt wundert ihr euch, warum zum Boykott einer Firma aufgerufen wird, die ökologische, "grüne" Reinigungsprodukte herstellt. Einer Firma, die "tierfreundlich produziert" und "natürlich besonders ökologisch" ist? Und deren Wasch- und Putzmittel in fast jeder WG zu finden sind?

Das liegt an der Firmengeschichte

Ecover wurde 1979 von Frans Bogaerts gegründet. Mit dem wachsenden Interesse an „grünen Produkten“ Anfang der 90er-Jahre begann Ecover die Sachen auch über Supermärkte zu verkaufen. Bogaerts verkaufte die Fabrik an Jørgen Philip Sørensen, der von 1964-2006 Vorstand­­svorsitzender und Generaldirektor der „multinationalen Sicherheitsdienst“-Firma G4S war.
Seit 1992 gehört Ecover zur Investmentfirma Skagen, welche das Familienvermögen von Sørensen, der 2010 starb, verwaltet.
Zur Ecover Gruppe gehören unter anderem die schweizer Marke Held, die österreichisce Marke Wellments sowie die US-amerikanische Marke Method.

Die G4S Firmengeschichte beginnt 1901 in Kopenhagen mit der Gründung der Wachschutzfirma Kjøbenhavn Frederiksberg Nattevagt durch Philipp Sørenson und Marius Hogrefe. Diese wurde später in Falck umbenannt. 2000 fusioniert Falck mit der britischen Group 4. 2002 kaute die Group 4 Falck die US-Knastfirma Wackenhut. 2004 fusionierte die Group 4 Falck mit Securior zu G4S.
G4S ist ein Grosskonzern, der in über 115 Ländern der Welt tätig ist und 585’000 Beschäftige hat. Er profitiert von einem seit Jahren andauernden Trend zur Vergabe von öffentlichen Aufgaben an private Anbieter. 1992 wurde von G4S in der englischen Grafschaft Yorkshire Europas erstes privates Gefängnis eröffnet.
Im April 2012 hat G4S einen Grossteil der Polizeiaufgaben in der Hauptstadt der mittelenglischen Grafschaft Lincolnshire übernommen, wobei die Leitung des Reviers und die Durchführung von Festnahmen weiterhin den staatlichen Polizeibeamt*innen vorbehalten ist.
Seit 2014 betreut G4S erstmals ein Gefängnis in Österreich: das neu errichtete Schubhaft-Zentrum in Vordernberg.
1989 begann die britische Regierung die "Immigration Services" (Abschiebeknäste, Abschiebungen, Heime für Gefüchtete) an G4S auszulagern. Mittlerweile sind diese "Services" der "lukrativste Geschäftszweig" von privaten Knastfirmen.

Die Firma G4S können wir nicht direkt boykottieren.
Aber Ecover ist hier in jedem Bio-Laden zu haben.

Zitat von der Corporate Watch Seite:

In its ’farewell tribute’ tu the man, who died in January 2010, Ecover boasted that "it is under his ownership that the company has risen to its highest successes (...) All of us who had the privilege of workin with him were touched by his life in different ways." Does this include his role in abusing migrants, Palestinians [1], prisoners and the many others who have fallen victim to G4S’s various ethical buisnesses, one wonders?

Boykottiert Ecover ---- kein Knast steht für immer!

Einige Artikel zu G4S:

Anmerkungen

[1Durch den Druck der BDS-Kampagne (Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen) hat G4S seine Firma in Israel verkauft.

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