Weiterer Angriff gegen die Zad - Widerstand!

Heute am frühen Morgen des 17.Mai 2018 begann die Gendarmerie ihre zweite Operation gegen besetzte Orte innerhalb der Zad. Dabei konzentrierten sich die Angriffe auf die Westseite des Waldes Rohanne also das Zentrum und die Orte Chat-teigne und Pui Plu wurden zerstört. Ganz im Sinne der Spaltungsstrategie wurden Orte angegriffen, für die keine Anmeldung als landwirtschaftliche Projekte eingereicht wurden. Es sind rund 700 Gendarmen im Einsatz, mehrere Räumpanzer und Maschinen von Baufirmen im Einsatz.

Update 18.Mai. 2018: 11 weitere Orte geräumt, versiegelt oder zerstört.

Kurzer Artikel auf de.indymedia,org.
Mobilisierung mit schönem Bild.
Karte zum Überblick.
Twitter ist zwar nicht toll, aber #zad_nddl hat viel aktuelles.

ZAD: Stand der Räumungsandrohung und Verhandlungen

Seit Januar/Februar 2018 gibt es eine Delegation, zusammengesetzt aus Delegierten verschiedener Strömungen der ZAD-Bewohner*innen (nicht alle Strömungen sind vertreten), die mit Repräsentanten des Staates, d.h. der Präfektur, der Landwirtschaftskammer und dem Innenministerium über die Zukunft der ZAD verhandeln. Dabei wird von der Delegation versucht ein kollektives Nutzungsrecht für die ganze Zone zu erlangen, was der französische Staat aber vehement ablehnt und was in der Räumungswelle am 9.April mündete. In dieser Räumungswoche wurde auch der Kollektivhof „Cent Noms“ (100 Namen) von der Gendarmerie zerstört, welcher sich in Verhandlungen mit dem Staat befand und ein Dossier mit 100 Namen für die kollektive Nutzung eingereicht hatte. Die Verhandlungsstrategie staatlicher Seite zeigte sich nach diesen Tagen der Räumung: „Macht was wir wollen, es wird keine Ausnahmen geben, ansonsten zerstören wir alle eure Lebensräume!“

Rückmeldung vom Delegationstreffen vom 07.Mai.2018 von zad.nadir.org:

"Das gegnerische Lager (der Staat) hat durchblicken lassen, dass es möglicherweise sein könnte, unter Umständen, wenn wir nett sind, von der Zerstörung der bedrohten Nicht-Landwirtschaftlichen Projekte und einige Hütten abzurücken. Besonders die Bürgermeister*innen der umliegenden Gemeinden sollen sich in einem Ausschuss bezüglich dieser Themen am 14.Mai positionieren.

Die letzten Monate haben gezeigt wie wir uns auf die Ansagen von Repräsentant*innen des Staates verlassen können, also nicht wirklich ein Grund zur Freude. Besonders die Bürgermeister von Vigneux-de-Bretagne und Notre-Dame-des-Landes zählen nicht wirklich zu unseren freudigsten Unterstützer*innen. Mehr können wir dazu nicht sagen. Ausserdem wurde das Ultimatum des 15.Mai nicht aufgehoben und die Drohgebärden schweben immernoch über dutzenden Lebensräumen, Bewohner*innen und Menschen die das Gebiet verteidigen."

Gefunden unter https://zad.nadir.org/spip.php?article5786#info2018-05-08-10-03

Kurzzusammenfassung und Bilder vom 17.Mai:

Es zeichnete sich die letzten Tage ab, dass für Heute, Donnerstag, den 17.Mai mit neuen Räumungen und Zerstörungen seitens des französischen Staates und seiner Gendarmerie zu rechnen ist. Die Angriffe richteten sich heute nach Informationen aus dem Newsticker von zad.nadir.org gegen die Chat-teigne, Pui Plu und Les Vosgeries, das heisst gegen Projekte im Zentrum der Zad um den Wald Rohanne.

Die Chat-teigne ist ein Ort der während der Widerbesetzungsdemo 2012, zwei Wochen nach der Räumung und Zerstörung der Lebensräume in der Zad aufgebaut wurde, als Info- und Treffpunkt des Widerstands. Die Hütten wurden während der Demonstration in das Gebiet gebracht und dann von hunderten Menschen aufgebaut und durch eine Bäuer*innengruppe mit einem Ring aus zusammengeketteten Traktoren geschützt.

Chatteigne wird zerstört.

Bauarbeiter*innen mit Vermummung beim Leeren der Hütten.

Auch die kollaborierenden Firmen lernen dazu. Klebeband für Alle.

Pui Plu wurde zerstört.

Aufruf der Wiederbesetzung und dem Wiederaufbau im Falle einer erneuten Räumungswelle.

Am 17. Januar haben wir gemeinsam einen entscheidenden Kampf gewonnen, indem wir die Aufgabe des Flughafenprojekts erstritten haben. Wir zwangen den Staat zum Rückzug und dieser wollte sich promt rächen: polizeiliche Besetzung des Territoriums (noch aktuell), Verweigerung aller Formen kollektiver Verwaltung, Zerstörung eines Drittels der Hütten, mindestens 270 Verwundete, 60 Verhaftungen, ganze Felder mit Tränengas geflutet, 11000 Granaten in einer Woche verschossen...

Trotz dieser Welle der Gewalt hat sich ein Teil der Bewegung um Beschwichtigung in Richtung des Staates bemüht, durch die Einreichung von Individualanmeldungen bei der Präfektur. Doch die Regierung hat die Räumungen nicht aufgegeben. Alle Lebensräume sind weiterhin bedroht. Strebt die Regierung wirklich danach, die ZAD und die Hoffnung die sie konstruiert auszuradieren?

Wir wollen ein lebendiges, bewohntes, geteiltes, sich unterstützendes Territorium, das all denen Platz gibt, die dort leben wollen. Wir werden zusammen jede neue Art der Aussortierung und Räumung von Wohnräumen und Tätigkeitsbereiche der ZAD ablehnen. Der Polizeidruck und die unhaltbaren Ultimaten müssen endlich aufhören.

Wir rufen daher alle unsere Anhänger dazu auf, äußerst wachsam zu bleiben und bereit zu sein, zu uns zukommen und uns in einem weiteren Falle der Räumung zur Seite zu stehen. Wir unterstützen auch die Aufrufe zu dezentralen Aktionen, die seit dem 9. April von dutzenden Menschen durchgeführt wurden. Im Falle einer neuen Zerstörung von Lebensräumen, rufen wir zu einem massiven Zusammentreffen aller Unterstütz*innen am folgenden Sonntag nach den Räumungen auf. Gemeinsam werden wir die zerstörten Lebensräume wieder aufbauen und für alle vertriebenen Menschen Gemüsegärten anlegen. Zusammen werden wir die Orte und kollektiven Nutzungen wieder aufbauen.

In diesen Zeiten, in denen die Regierung überall versucht, Solidaritäten und Kollektive zu brechen, senden wir eine starke Botschaft der Unterstützung an alle Vertriebenen, an die studentischen Kamerad*innen(Genoss*innen), an die Eisenbahner*innen, an die streikenden Postbot*innen und an all diejenigen, die in anderen Sektoren Widerstand leisten.

Treffpunkte und praktische Informationen werden bald auf https://zad.nadir.org und https://acipa-ndl.fr/ folgen

gefunden unter https://zad.nadir.org/spip.php?article5697 und https://nantes.indymedia.org