Zum unerwünschten Besuch des Neonazis Nerling in Basel

Nikolai Nerling, bekannt unter dem Pseudonym "Der Volkslehrer", 38-jähriger Shoahleugner und selbsterklärter Rechtsradikale aus Deutschland, kündigte am 12.09.2018 auf Facebook an, sich gleichentags in Basel mit Gleichgesinnten zu treffen.

Wer ist Nikolai Nerling?

Wir zitieren aus einem Outing von Nerling durch Berliner Antifaschist*innen:
(Siehe https://www.antifa-berlin.info/news/1503-neonazi-aus-der-deckung-geholt
vom 3.8.18)

„Unter dem Pseudonym "Der Volkslehrer" gibt sich Nerling naiv und aufklärerisch. Hinter dieser Masche verbirgt sich die Strategie Rassismus, Antisemitismus und Geschichtsrevisionismus zu normalisieren. In seinen Interviews relativiert er die Shoa und ist bemüht einen deutschen Opfermythos zu bedienen.

Sein Auftritt beim Neonazi-Festival in Ostritz zeigt seine bundesweiten Kontakte zu Kadern wie z.B. Thorsten Heise. Nerling ist inzwischen ein gefragter Redner auch für die Kameradschaftszene. Er ist als Redner bei einer Kundgebung für die Freilassung der Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck aufgetreten. Auch weiteren Holocaustleugnern wie z.B. Bernhard Schaub gibt Nehring eine Plattform um NS-Propaganda zu verbreiten.

Zuletzt wurde Nerling zum Dienstagsgespräch von Hans-Ulrich Pieper (NPD) eingeladen. Dort referierte Nerling und bekannte sich offen zur NPD: "Und es ist auch richtig das es die NPD gibt die berechtigte Forderungen auch ausspricht". Sein antisemitsches Weltbild wird in dem Vortrag deutlich. Er glaubt an eine jüdische Weltverschwörung. Politische Ereignisse werden demnach geplant von einer "gewissen Gruppe von Menschen, welche es bravourös versteht strategisch zu denken".

Nikolai Nerling ist damit im Neonazi-Spektrum angekommen welches den deutschen Faschismus verherrlicht und am 18. August den Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß gedenken möchte.“

Ungebetene Gäste in Basel

Als Treffpunkt am 12.09.2018 gab der neonazistische Demagoge, der im Januar 2018 als Primarlehrer aufgrund seiner antisemitischen Hetze suspendiert wurde, die St. Johanns-Fähre auf der Kleinbasler Seite an. Deren Landeplatz ist an einem Café gelegen. Dazu schrieb er: "Wer von Euch kommt heute 18 Uhr zum Klassentreffen in Basel?".

Die Antifa Bern hat diese unschönen News glücklicherweise auf Twitter geteilt.

Antifaschist*innen haben sich kurzerhand beim Treffpunkt versammelt, informierten die anwesenden Bade- und Cafégäste mittels Gesprächen über das Kommen des Hetzers und etwaiger weiterer Rassist*innen und schrieben den Boden mit Kreideparolen voll, um diese wissen zu lassen, dass sie hier unerwünscht sind.

Tatsächlich erschienen um 18.00 Uhr ca. 15 Personen im Alter zwischen 28 und 65 Jahren - alles männlich gelesene sowie drei weiblich gelesene Personen. Die Personen schienen sich davor nicht gekannt zu haben. Sie kamen - ihrem Dialekt nach - aus verschiedenen Regionen Deutschlands und der Schweiz, einige auch aus Basel.

Ab 18.30 Uhr begannen ca. 30 Antifaschist*innen, denen sich Umstehende spontan anschlossen, die Personen mittels Sprechchören, Umkreisen sowie nervigen Gesprächen zum Weggehen bewegen, was nach einiger Zeit auch gelang. In den Gesprächen haben sie sich als Verschwörungstheoretiker*innen, Shoaleugner*innen und Rassist*innen entlarvt. Einige von ihnen trafen sich jedoch in der Nähe erneut und es wurde ihnen skandierend nachgestellt, bis die Polizei eintraf.

Auf seinem Facebookprofil "Nikolai Volkslehrer Nerling" postete Nerling am gleichen Abend noch ein Foto von sich und 12 Gleichgesinnten in einem Basler Privatraum, wo das Treffen offenbar mit einiger Verspätung doch noch stattfand. Darunter einige der zuvor Vertriebenen, sowie Personen die nicht am Treffpunkt erschienen sind.

Screenshot von Nerlings Facebook Post, 13.09.2018

Auch wenn wir noch vieles verbessern können - wie die Bezugsgruppenorganisation, das zu lange Diskutieren mit den Anhänger*innen von Nerling (für die Zukunft: mit Neonazis sollte gar nicht diskutiert werden), und unser (verständliches) Zögern, da diese Rassist*innen nicht klar als solche erkennbar waren -, haben wir an diesem Abend einiges erreicht.

Wir freuen uns über unser meist geschlossenes Auftreten und den Aktionskonsens, eine erfolgreiche, rasche Mobilisierung, die Aufklärung und in-Verantwortungsnahme der anwesenden Öffentlichkeit, die Solidarität, die uns und unseren Anliegen gezeigt wurde, und nicht zuletzt darüber: dass den Anhänger*innen des Neonazis Nerling ein unangenehmer Empfang in Basel geboten wurde. NAZIS NOT WELCOME HERE!

Wir danken der Antifa Bern für den Tipp!

P.S.

Fotos und Videos der Anhänger*innen Nerlings folgen.