queer-feministische Aktion an der Zürich Pride

Heute (16.06.18) wurden an der Zürich Pride 8 Personen gewaltvoll während einer Protestaktion gegen die Kommerzialisierung der Pride festgenommen.
Die Aktion richtete sich gegen die omnipräsenten Sponsoren und die unreflektierte Teilnahme der Polizei. Mit dem rücksichtslosen Vorgehen der Zürcher Polizei wurde verdeutlicht, dass die grosse jährliche Pride Party mit dem politischen Ursprung des CSDs nichts mehr gemein hat.

In der Tradition der Christopher Street Days (CSD), die ursprünglich an die New Yorker Stonewall-Krawalle erinnern sollten, findet auch in Zürich jährlich die Pride statt. Heute wurde während einer queer-feministischen und antikapitalistischen Intervention an die historischen Ereignisse erinnert. Dabei griff die Zürcher Polizei unerwartet hart ein und verhaftete gewaltvoll 8 Teilnehmende der spielerischen Protestaktion.
Bunt, laut und elegant gekleidet intervenierten queere Aktivist_innen in der Parade und konnten auf ihre Kritik aufmerksam machen. Vor dem UBS-Wagen standen Menschen mit Transparenten und Schildern. Gleichzeitig erhielten Pride-Besuchende diverse Flugblätter , um auf die Kommerzialisierung , die Anwesenheit der Polizei und die Vereinnahmung durch bürgerliche Parteien an der Pride aufmerksam zu machen.
Die Spitze der Pride Organisation griff unerwartet schnell in die Aktion ein und versuchte den Prostestierenden das Transparent mit der Aufschrift "Stonewall was a Riot !" wegzunehmen. Diese Reaktion verdeutlichte die Strategie der Zurich Pride kritische Stimmen soweit wie möglich zu unterbinden. Kurz nach dieser Konfrontation schritten mehrer Polizist_innen. sowohl in Uniform wie auch in Zivil ein. Gewaltvoll und ohne zu zögern nahmen sie mit unerwarteter Härte 8 Aktivist_innen fest.
Einige Menschen zeigten sich solidarisch und riefen Parolen, um die Aufmerksamkeit der Pride-Besuchenden auf die Verhaftungen zu lenken und weitere Solidarität einzufordern. Ein grosser Teil der "Demonstrierenden" des offiziellen Umzugs lief teilnahmslos daran vorbei und feierten weiter ihre Party. Die Protestierenden verurteilen das brutale Einschreiten der Polizei und das Totschweigen von Kritik an den bestehenden Verhältnissen. Dies gerade an einem Umzug, der Bezug auf einen Protest nimmt, der sich gegen die Polizei richtete. Die Teilnahme der Pink Cops an der Pride wird durch die heutigen Geschehnisse besonders absurd. Gerade für queere und trans Menschen sowie People of Colour sind Polizeikontrollen und Verhaftungen sehr bedrohliche Situationen.
Nachdem die 8 Personen in Handschellen abtransportiert wurden, verteilten kritische, queere Menschen weitere Flugblätter an die Teilnehmenden des Umzugs. Die verhafteten Personen sind mittlerweile alle wieder frei.
Die Aktivist_innen wünschen sich eine queere Bewegung, die Diskriminierungen jeglicher Art bekämpft, sowohl nach Aussen wie auch innerhalb der Bewegung., eine Bewegung, die sich klar und laut gegen diskriminierende Parteien, kapitalistische Unternehmen und Gruppierungen positioniert, eine progressive LGBTIQA+ Bewegung muss die eigene Privilegien hinterfragen und solidarisch kämpfen, statt individualistisch zu feiern.
Not gay as in happy but queer as in fuck your borders

P.S.